„Kühle Wälder“

Kühle Wälder Konferenz Laxenburg

Eine internationale Initiative von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft soll unser Wald-Ökosystem vor fortschreitender Erderwärmung schützen. Der Startschuss findet in Österreich statt.

Nach einem Hitze-Rekordsommer erwarten wir nun auch einen der wärmsten September der Geschichte. Unzählige Berichte warnen seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels. Nun scheint er spürbar in der Realität angekommen zu sein. Ein Sorgenkind ist seit langem der tropische Regenwald. Ebenso stark betroffen sind jedoch auch die sogenannten „Cool Forests“, also “Kühle Wälder.

Damit ist das Wald-Ökosystem der nördlichen Hemisphäre gemeint, welches von Russland über Skandinavien, den USA und Kanada reicht – auch die höher gelegenen Wälder in Gebirgen zählen dazu. In Österreich und vor allem auch der Steiermark, zählen zwei Drittel des Waldes zu diesem Lebensraum. Die kühlen Wälder erfüllen eine Reihe von unverzichtbaren Leistungen. Abgesehen von den Meeren, sind sie der größte Kohlenstoffspeicher der Erde. Sie schützen uns Menschen vor Lawinen und Hochwasser, speichern Trinkwasser und sind Lebensraum für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind aber auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und sichern das Überleben von Millionen von Menschen. Hierzulande schafft die Forstwirtschaft bis zu einer halben Million Arbeitsplätze.

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Gemeinsam

In Laxenburg bei Wien startet nun die größte Aktion zum Schutz dieses unverzichtbaren Ökosystems. Mehr als 200 Wissenschaftler, sowie hochrangige Vertreter von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus 30 Ländern, treffen bei einer Konferenz zusammen. Dabei werden nicht nur Ergebnisse ausgetauscht, sondern auch ein Weckruf in die Welt geschickt, welche Bedeutung die kühlen Wälder für die Erdbevölkerung, das Klima und die Umwelt haben.

Florian Kraxner vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg: „Diese kühlen Wälder sind das größte Land-Ökosystem auf der Erde und haben einen bedeutenden Einfluss darauf, wie sich das Klima bei uns entwickelt. Bei ungebremstem Ausstoß von Treibhausgasen und der damit verbundenen Erderwärmung, droht dieses Ökosystem zu kippen. Damit würde der Klimawandel massiv beschleunigt und eine folgenschwere Spirale der Erderwärmung in Gang gesetzt.“ Kraxner weiter: „Diese Tagung ist viel mehr als nur eine gewöhnliche Konferenz. Sie ist der Startschuss für eine gemeinsame Initiative die wichtige Rolle dieser Wälder ins Bewusstsein zu rücken und auf die politische Agenda zu setzen.“

Umsetzung

Für Österreich sieht Kraxner etwa die Verpflichtung „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ den Treibhausgasausstoß des Landes zu senken. Außerdem müsste man die heimischen Wälder fit für den bereits existierenden und weiterhin fortschreitenden Klimawandel machen. Zu den Botschafterinnen der kühlen Wälder zählt auch Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus: „Es ist unerlässlich, struktur- und artenreiche Wälder sicherzustellen, die optimal an ihren jeweiligen Standort angepasst und somit klimafit sind.“ Köstinger weiter: „Nachhaltige Waldbewirtschaftung soll aber nicht an der Staatsgrenze enden. Darum ist es mir ein besonderes Anliegen, die Verhandlungen zur Europäischen Waldkonvention wieder aufzunehmen. Österreich wird hier im Rahmen unseres Vorsitzes im Rat der Europäischen Union als wichtiger Brückenbauer auftreten.“

Beitragsbild: ohenze – stock.adobe.com Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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