Äcker wurden plötzlich Seen

Enorme Regenmengen versetzten weite Teile der Steiermark in einen Ausnahmezustand. Auch 1000 Hektar Ackerland waren betroffen.

Weltuntergangsstimmung herrschte diese Woche in weiten Teilen der Steiermark. Gewaltige Regenmengen mit mehr als 100 Liter pro Quadratmeter gingen innerhalb von 48 Stunden nieder und verwandelten Äcker plötzlich in Seen. Besonders betroffen waren die Bezirke Deutschlandsberg, Leibnitz, Graz-Umgebung und Südoststeiermark. Laut Österreichischer Hagelversicherung (ÖHV) gingen angebaute Kulturen durch die Starkniederschläge regelrecht unter – besonders Mais, Kartoffel, Kürbis, Hirse und Soja wurden schwer beschädigt. Insgesamt sei eine Agrarfläche von mehr als 1000 Hektar durch die Starkniederschläge betroffen, so der zuständige Landesleiter der Hagelversicherung, Josef Kurz: „Nach ersten Erhebungen durch unsere Sachverständigen beträgt das Schadensausmaß in der Landwirtschaft rund 500.000 Euro.“

Freiwillige Feuerwehren

Auch die Freiwilligen Feuerwehren in den betroffenen Gebieten hatten alle Hände voll zu tun. So standen etwa alleine im Bereichsfeuerwehrverband Feldbach nach den massiven Überflutungen 20 Feuerwehren mit über 200 Einsatzkräften und 33 Einsatzfahrzeugen im Unwettereinsatz. Besonders betroffen war das Schwarzautal, teilweise stand das Wasser bis zu einem Meter hoch. Die durch den Ort fließenden Bäche Labillbach und Lappachbach waren in Seibuttendorf über die Ufer getreten. Innerhalb kürzester Zeit wurden über 4000 Sandsäcke von den Einsatzkräften im Schwarzautal gefüllt, um 25 gefährdete Objekte wie etwa Wohngebäude und Betriebe vor größeren Schäden zu schützen.

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Hofübernehmer Markus Held

Auch unser Hofübernehmer Markus Held (rechts) aus Heimschuh war bei den Aufräumarbeiten tatkräftig im Einsatz. Foto: Privat

Im Westen

Einen Tag später kam es auch in Westen der Steiermark zu zahlreichen Überschwemmungen. Besonders betroffen war die Bezirke Voitsberg, Deutschlandsberg und Leibnitz in den Einzugsgebieten von Sulm, Saggau und Lassnitz. Auch hier mussten Keller ausgepumpt, Verkehrswege freigemacht und Gebäude geschützt werden. Insgesamt waren 161 Feuerwehren bei 237 Einsätzen unterwegs.

Beitragsbilder: LFV Franz Fink, hagel.at, Privat Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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