Weizen ohne Reue

von NEUES LAND

Wann wirklich auf Gluten verzichtet werden soll und wie gesunder Getreidekonsum aussieht — darüber klärt der Verein „Land schafft Leben“ auf.

Immer mehr Menschen in Österreich verzichten auf Gluten. Angst vor Krankheiten, Gewichtszunahme oder Konzentrationsschwäche schrecken viele vom Verzehr glutenhaltiger Weizenprodukte ab, glutenfreie Produkte boomen. Nur ein geringer Prozentsatz der Menschen in Österreich verträgt allerdings Gluten tatsächlich nicht. Sie leiden an Zöliakie, Weizenallergie oder Glutensensitivität. Welches gesundheitliche Problem vorliegt, sollte in einer medizinischen Untersuchung abgeklärt werden.

Bei Zöliakie handelt es sich um eine chronische Krankheit des Dünndarms, die bei Betroffenen zu Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen führt. Sie betrifft etwa ein Prozent der Menschen. Bei einer Weizenallergie beziehen sich Symptome wie Juckreiz, Atemnot oder Schwellungen in Mund und Rachen nicht speziell auf Gluten, sondern auf Weizen. Meist tritt die Allergie direkt nach dem Konsum auf, sogar das Einatmen kleinster Mehlpartikel kann ausreichen. Oft müssen andere glutenhaltige Getreidesorten aber nicht gestrichen werden.

Vielfalt

Wenn Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen werden und Menschen trotzdem an Übelkeit, Bauchschmerzen oder Konzentrationsstörungen leiden, kann es sich um eine Glutensensitivität handeln. Betroffen sind oft Patienten mit einer Grunderkrankung des Darms. Hier ist Vorsicht beim Verzehr von Gluten geboten, jedoch ist oft kein vollständiger Verzicht notwendig. Gluten ist ein natürliches Eiweiß, das auch im Roggen, Dinkel und Einkorn zu finden ist.

Wissenschaftliche Tests zeigen, dass neue Weizensorten oft sogar einen geringeren Anteil an Gluten enthalten als ihre gehypten Artgenossen Emmer und Einkorn. Diätologin und Gesundheitswissenschaftlerin Christina Scharfetter von „Land schafft Leben“ rät zur Vielfalt: „Es empfiehlt sich, zu unterschiedlichen Getreidesorten zu greifen. Das bringt geschmackliche Abwechslung und wir profitieren von verschiedenen Inhaltsstoffen. Das beste Getreide gibt es nicht. Vollkornweizen hat viele Ballaststoffe, Emmer enthält dagegen mehr B-Vitamine.“ Ein Griff zum „Pseudogetreide“ – also Getreide, das kein Gluten enthält wie Quinoa, Hirse, Amaranth oder Buchweizen – lohnt sich im Sinne der Abwechslung.

Beitragsbild: Land schafft Leben

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