Gefahr Bluthochdruck

von NEUES LAND

Volkskrankheit Hypertonie: Am Anfang sind kaum Beschwerden da, auf Dauer können aber schwere gesundheitliche Schäden folgen.

Der Blutdruck ist der Druck, der bei jedem Herzschlag auf die Wände der Blutgefäße und die dahinter liegenden Gewebe und Strukturen einwirkt. „Das Gefäßsystem ist das größte Organ des Körpers, aufgerollt umfasst dieses Organ eine Fläche von sechs bis acht Tennisplätzen“, erklärt Nicolas Verheyen, Kardiologe an der Med Uni Graz. Von Bluthochdruck spricht man, wenn dieser Druck so hoch ist, dass Schäden an den Gefäßen und den Organen auftreten können. Ein normaler Blutdruck liegt systolisch (der erste gelesene Wert) zwischen 120 und 129 mmHg. „Der Grenzwert für einen erhöhten Blutdruck wären systolisch 140 mmHg. Ab 160 mmHg spricht man bereits von einem deutlich erhöhten Blutdruck“, führt der Kardiologe aus.

Gefährliche Erkrankung

„Die Gefahr beim Bluthochdruck ist, dass man ihn nicht spürt“, erläutert Verheyen, „er ist eine der häufigsten und gefährlichsten Erkrankungen im westlichen Kulturraum“. Als Folge des ständig zu hohen Drucks wehren sich die Gefäße: Sie versteifen, verkalken und verengen sich. So können auf Dauer Schäden am Herz durch verengte Herzkranzgefäße auftreten. Im Gehirn kann es durch den ständig erhöhten Blutdruck zu Schlaganfällen oder Hirnblutungen kommen.

„Bluthochdruck ist eine klassische Lifestyle-Erkrankung“, erklärt der Experte. „Sich versteifende Gefäße im Alter und ein gewisses Ansteigen des Blutdrucks sind normal. Dass der Blutdruck in pathologische Ebenen steigt, können wir selber stark beeinflussen“. Die Ernährung – zum Beispiel erhöhter Salzkonsum – trägt ebenso dazu bei wie zum Beispiel Adipositas.

Korrekte Messung

Wer seinen Blutdruck zu Hause korrekt messen will: „Der Blutdruck ändert sich im Laufe des Tages und reagiert zum Teil stark auf Aktivität. Es kann einen großen Unterschied beim Messen machen, ob ich mich gerade erst hingesetzt habe oder schon zehn Minuten ruhig sitze“, erklärt der Kardiologe. Der Blutdruck sollte möglichst standardisiert gemessen werden: Das heißt, nach fünf bis zehn Minuten Sitzen in einer ruhigen Umgebung am besten zur gleichen Tageszeit, um Veränderungen besser nachzuvollziehen.

Beitragsfoto: japolia – stock.adobe.com

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