Gemeinderatswahlen mit vielen Gewinnern

von Karl Brodschneider

Die Steirische Volkspartei gewann bei den Gemeinderatswahlen über vier Prozent dazu und festigte ihren Ruf als „Bürgermeister-Partei“.

Einen großartigen Wahlerfolg verzeichnete die Steirische Volkspartei bei den Gemeinderatswahlen. In der Summe kam die ÖVP in den 285 Gemeinden – nur in Graz wurde nicht gewählt – auf einen Stimmenzuwachs von 4,46 Prozent. Sie hält nun bei 47,18 Prozent. „Es ist das zweitbeste Ergebnis für die Steirische Volkspartei in der Geschichte von Gemeinderatswahlen. Das beste Ergebnis von 47,4 Prozent im Jahr 1975 haben wir nur knapp verpasst“, jubelte Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer.

Diagramm Wahlergebnisse

Die Steirische Volkspartei hat einen großen Abstand zur zweitstärksten Partei und erzielte am Sonntag ihr bisher zweitbestes Ergebnis bei Gemeinderatswahlen.

Was ihn besonders freut, ist die Tatsache, dass der Abstand zur zweitstärksten Partei, der SPÖ, deutlich gewachsen ist. Die SPÖ kam auf 31,86 Prozent. Die FPÖ stürzte völlig ab, verlor 5,66 Prozent und hält nun bei 8,20 Prozent.

Viele Wahlsieger

Für die ÖVP gab es eine Fülle von herausragenden Gemeinde-Ergebnissen. „Wer hätte vorher gedacht, dass wir künftig den Bürgermeister in Selzthal stellen oder in Eisenerz die stimmenstärkste Partei sein werden?“, strahlte Schützenhöfer.

Walter Schweighofer

Walter Schweighofer drehte die Mehrheitsverhältnisse in Mariazell zugunsten der ÖVP.

Die Liste der großen Wahlsieger ist sehr lang. Zum Beispiel wurden in Mariazell und Admont die Bürgermeister-Sessel erobert. In den ehemals „roten“ Städten Köflach, Rottenmann und Frohnleiten hat die ÖVP jetzt eine klare absolute Mehrheit. In Lieboch gewann sie gleich zehn Mandate dazu.

Insgesamt bekam die ÖVP 234.768 Stimmen. Von den 5051 Mandaten besitzt sie nun 2690, was ein Plus von 212 ergibt. Die Volkspartei erzielte in 189 Gemeinden Gewinne. In 187 Gemeinden hat sie die absolute Mehrheit inne – um 17 mehr als bei der Wahl vor fünf Jahren. Es gibt jetzt 13 Gemeinden, wo die ÖVP die relative Mehrheit erreichte. Und dann gibt es noch einen erfreulichen Punkt. Nach dieser Wahl ist die Steirische Volkspartei in allen Gemeinderäten in der gesamten Steiermark vertreten, denn auch in Vordernberg wurde ein Mandat gewonnen.

Danke des Bauernbundes

Franz Silly

Der Landwirt Franz Silly holte als Spitzenkandidat der ÖVP in St. Martin im Sulmtal gleich 18 von insgesamt 21 Mandaten.

„Dieses großartige Ergebnis der Steirischen Volkspartei unterstreicht, dass unsere Bewegung die gesamte Breite der Gesellschaft vertritt“, betonte BB-Landesobmann Hans Seitinger. „Der historische Wahlerfolg ist aber nicht nur auf unsere hervorragenden Kandidaten zurückzuführen, sondern auch auf unseren Landeshauptmann, der neben den Bürgermeister-Gemeinden auch die Hoffnungsgemeinden unterstützt.“ Und Seitinger, der selbst einmal Bürgermeister war, weiter: „Für die Zukunft wird entscheidend sein, dass die Gesetzgeber in Bund und Land den Bürgermeistern auch den notwendigen Gestaltungsspielraum geben, damit sie die Gemeinden bestmöglich führen können und nicht durch überbordende Gesetze gehemmt werden.“

Natürlich gibt es auch einige Wermutstropfen bei dieser wegen der Corona-Krise verschobenen Wahl, die ursprünglich Ende März hätte stattfinden sollen. Zum Beispiel ging die WM-Stadt Schladming verloren. Und die Wahlbeteiligung sank um über 10 Prozent auf 62,64 Prozent.

 

Beitragsfotos: KK, STVP/Foto Fischer

 

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