Ganz viele Vorzugsstimmen

von Karl Brodschneider

Die Hitzendorfer Bäuerin Simone Schmiedtbauer zieht mit 64.230 Vorzugsstimmen aus ganz Österreich ins EU-Parlament ein.

Für Simone Schmiedtbauer bleibt keine Zeit zum Urlaub-Machen, um sich von ihrem extrem anstrengenden EU-Wahl-Kampf auszuruhen. Für sie geht es in dieser Woche vor Pfingsten bereits erstmals nach Brüssel, wo die Beratungen über die Zusammensetzungen der einzelnen Ausschüsse beginnen. Ihr großer Wunsch ist es, dem Agrarausschuss anzugehören. Auch der Umweltausschuss sowie der Ausschuss der Regionen wären für sie sehr interessant, sagte sie in einer Pressekonferenz. Dieses Gespräch mit den Medienvertretern war für sie quasi der Abschluss der Wahlbewegung.

Historischer Erfolg

Voll Freude fasste Schmiedtbauer – sie war die Spitzenkandidatin der Steirischen Volkspartei und des Österreichischen Bauernbundes – noch einmal einige Eckdaten zusammen. Die EU-Wahl war für die Steirische Volkspartei ein historischer Erfolg. Mit 35,74 Prozent der Stimmen erreichte sie das bis dato beste Ergebnis bei einer Wahl zum Europäischen Parlament. Insgesamt machten 193.772 Steirerinnen und Steirer ihr Kreuz bei der ÖVP, was ein Plus von 91.142 Stimmen beziehungsweise 10,47 Prozent im Vergleich zur EU-Wahl 2014 ergibt. Damit ist die Volkspartei die klare Nummer eins in der Steiermark.

Länder-Ergebnisse

Österreichweit erhielt Schmiedtbauer insgesamt 64.320 Vorzugsstimmen. Die meisten Vorzugsstimmen fuhr sie mit 44.548 in der grünen Mark ein. Die zweitmeisten Stimmen bekam sie in Oberösterreich (5384), vor Tirol (4390) und Salzburg (4262). Sogar in Niederösterreich, wo mit Alexander Bernhuber ein weiterer Bauernbündler kandidierte und vom Niederösterreichischen Bauernbund massiv unterstützt wurde, erhielt Schmiedtbauer 1678 Stimmen. Dahinter folgten Kärnten (1618), Vorarlberg (941), Burgenland (825) und Wien (584).

In der ÖVP-internen Liste kam Schmiedtbauer auf den vierten Platz. Nur Karoline Edtstadler, Othmar Karas und Angelika Winzig heimsten mehr Vorzugsstimmen ein.

Für den steirischen VP-Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg ist der Einzug von Schmiedtbauer in das Europäische Parlament ein großartiger Erfolg. „Wir waren nun acht Jahre lang nicht mehr im Parlament vertreten. Nun haben wir als Steirische Volkspartei wieder eine starke Stimme in Brüssel!“ Eisel-Eiselsberg freut sich, dass Schmiedtbauer allein nur mit den Vorzugsstimmen in der Steiermark in das Europäische Parlament eingezogen wäre.

Freude beim Bauernbund

„Die Steiermark hat gezeigt, welche Steirerkraft in uns steckt“, sagte Bauernbunddirektor Franz Tonner. Er bedankte sich: „Das beste Ergebnis der Steiermark, das je bei EU-Wahlen erreicht wurde, war in erster Linie das Verdienst von Simone Schmiedtbauer sowie aller Funktionäre, Bürgermeister, Bauernbundobleute und dem Landesparteibüro.“ Und Tonner weiter: „Es ist zweifellos gelungen, die Wählerinnen und Wähler von der Bedeutung der Europawahl zu überzeugen und die Wahlbeteiligung zu steigern. Ich möchte mich bei allen bedanken, die zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben!“

Neben Schmiedtbauer stellt die ÖVP mit Karoline Edtstadler, Othmar Karas, Angelika Winzig, Lukas Mandl, Barbara Thaler und Alexander Bernhuber weitere sechs Mandatare fürs EU-Parlament. Österreichweit kam die ÖVP auf 34,55 Prozent der Stimmen. Das bedeutete ein Plus von 7,57 Prozent gegenüber der letzten EU-Wahl im Jahr 2014.

 

Beitragsfoto: Brodschneider

 

 

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