Weichberger

Bauer der Woche: Simon Pöllabauer

von Karlheinz Lind

Der neue Gasener Bauernbundobmann Simon Pöllabauer möchte die Region in den kommenden Jahren kulturell stärken. Mutterkühe sind seine Leidenschaft.

Arbeit gibt es derzeit genug auf der oststeirischen Haberl-Stall-Alm, die Landwirt Simon Pöllabauer bewirtschaftet. Weidezäune reparieren, Wege aufbereiten, umgestürzte Bäume aufarbeiten. Von einer Sperre aufgrund des aktuellen Tiroler Kuh-Urteils (NEUES LAND hat berichtet) hält der 38-Jährige aber wenig: „Almen sind unser höchstes Kulturgut, hier treffen Tier und Mensch aufeinander. Die Alm braucht Rinder, sie braucht aber auch uns Menschen. Unsere Aufgabe ist es hier, den Lebensraum der Tiere zu erhalten und auch wert zu schätzen“, weiß der Landwirt.

Auf seinem Hof in Gasen werden derzeit 60 Mutterkühe und Kälber gehalten, ein eigener Schlachthof ermöglicht der Familie, die Tiere direkt am Hof zu schlachten und das frische Fleisch innerhalb weniger Stunden zu verarbeiten. „Die Nachfrage an regionalem Rindfleisch ist so hoch wie lange nicht, natürlich auch wegen Corona entscheiden sich viele Kunden bewusst für Produkte aus ihrem Umland“, weshalb sich der dreifache Familienvater beruflich auch in zehn Jahren in der Mutterkuhhaltung sehen möchte. „Gute Ware hat kein Ablaufdatum, das wollen die Menschen auch in Zukunft.“

Herz für die Ku(h)ltur

Seine Passion für Rinder hat Pöllabauer schon in jungen Jahren während seiner landwirtschaftlichen Ausbildung an der Fachschule Kirchberg am Walde entdeckt. Bereits in den Neunzigerjahren haben seine Eltern den Grundstein für den heutigen Betrieb gelegt. „Mein Ziel war es, mein eigenes Fleisch Großteils am Hof zu vermarkten. Dass unsere Tiere stressfrei geschlachtet werden, schmecken unsere Kunden und deshalb kommen sie immer wieder“, freut sich der Oststeirer.

Vor wenigen Wochen, kurz vor Beginn der Corona-Krise, wurde Simon Pöllabauer übrigens einstimmig zum neuen Obmann der Bauernbundortsgruppe Gasen gewählt: „Eine große Ehre, weil ich in große Fußstapfen trete“, schwärmt der Landwirt. In seiner Funktion als Obmann möchte er vor allem alte Traditionen stärken und den gesellschaftlichen Aspekt in den Vordergrund rücken. „Mit den Hof-zu-Hof-Wanderungen wurde etwas geschaffen, das es nur noch selten wo gibt. Sie zählen für mich zur örtlichen bäuerlichen Kultur und sind ein Markenzeichen der Region. Ich möchte sie gerne weiter ausbauen“, verrät der Rinderbauer.

Fazit: Ein Landwirt, der alte Wege neu beschreiten möchte.

Zur Person

  • Simon Pöllabauer
  • Mitterbach 23
  • 8616 Gasen
  • Mutterkuhhaltung mit Hofschlachtung
  • Bauernbundobmann
  • Kontakt: 0664 300 6708

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