„Optimismus ist wieder spürbar“

Landesrat Hans Seitinger über die neue Landwirtschaftsministerin, künftige Arbeitsschwerpunkte sowie seinen Wunsch ans Christkind.

 

NEUES LAND: Am Montag wurde die neue Bundesregierung angelobt. Aus dem Landwirtschaftsministerium ist ein ,Nachhaltigkeitsministerium‘ geworden und wird von einer Frau geleitet. Was erwarten Sie sich von Elisabeth Köstinger?

Landesrat Hans Seitinger: Elli Köstinger verfügt trotz ihres jungen Alters über eine enorme politische Erfahrung, insbesondere auf EU-Ebene. Ich erwarte mir daher von ihr, dass sie die neue Zusammensetzung des Ressorts optimal nutzt, um im Sinne einer Zukunftspolitik für die Bäuerinnen und Bauern vieles weiterzubringen.

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NL: Eine große Bedeutung kommt auch der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik auf EU-Ebene zu. Bei den GAP-Verhandlungen wird für die Bauern und den ländlichen Raum ein stabiler Finanzrahmen wichtig sein, den die Bundesregierung bereitstellt. Sind Sie diesbezüglich optimistisch?

Seitinger: Soweit ich die Regierungsvereinbarung kenne, wurde darauf größter Wert gelegt. Denn die finanzielle Ausgestaltung der GAP ist letztlich auch die Basis für das Überleben der Bäuerinnen und Bauern im harten Wettbewerb, denn die starken Benachteiligungen gegenüber großen Agrarländern müssen dabei wettgemacht werden.

NL: Um das Geld ging es auch in der vorwöchigen Landtagssitzung, bei der das Budget 2018 beschlossen worden ist. Einnahmen in der Größenordnung von 5,46 Milliarden Euro stehen Ausgaben in der Höhe von 5,79 Milliarden Euro gegenüber. Wie sieht es beim Agrarbudget aus?

Seitinger: Die Verhandlungen waren hart, denn auch das Land Steiermark hat klare Sparvorgaben, um die nächsten Generationen nicht massiv zu belasten. Dennoch war es möglich, die wichtigsten Grundlagen für die Finanzierung der ländlichen Entwicklung, der Hagelversicherung sowie der Bildungs- und Beratungsaufgaben, die unverzichtbar sind, sicherzustellen.

NL: Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Wo werden im Jahr 2018 Ihre Arbeitsschwerpunkte im Land liegen?

Seitinger: Zentrale Aufgaben und Schwerpunkte werden in der Vorbereitung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, im Ausbau eines effizienten Katas-trophenmanagements und in der Sicherung der Bildungsqualität liegen. Schließlich ist die Stärkung der Erzeugergemeinschaften von besonderer Bedeutung, um mit dem Handel auf gleicher Augenhöhe agieren zu können. Das wollen wir letztlich auch für den Zukunftsbaustoff Holz erreichen.

NL: Jetzt ein Blick zurück! Wie behalten Sie das Jahr 2017 in Erinnerung?

Seitinger: Im Jahr 2017 war es erstmals über viele Sparten hinweg wieder spürbar, dass nach einer anhaltenden Tiefphase wieder Optimismus und Investitionsbereitschaft ins Land gezogen sind. Betroffen machten mich aber die Naturkatastrophen. Bezüglich solch dramatischer Umwelt-Ereignisse – ob Frost, Sturm oder Hagel, wie wir es heuer wieder erleben mussten – kann man nicht vorausschauend planen. Da ist man dann, wenn`s eintrifft, immer extrem gefordert. Deswegen gilt es, hinsichtlich der Herausforderung Klimawandel alle denkbaren Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

NL: Wenn Sie dem Christkind als oberster Agrarier im Land einen Wunsch schicken könnten – wie würde dieser ausschauen?

Seitinger: Das Christkind möge uns ein Packerl Fairness, ein Packerl Mut und Zuversicht sowie ein Packerl Familienglück bescheren.

 

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