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Vorsicht im Wasser

von NEUES LAND

Der „Freizeitraum Wasser“ bietet viele Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren für Kinder- und Jugendunfälle – vom Sprungbrett bis zur Wasserrutsche.

Ertrinken ist die Gefahr schlechthin beim Baden. Doch auch abseits dieses Schreckensszenarios passieren österreichweit jährlich rund 2.700 spitalsbehandelte Kinder- und Jugendunfälle im und am Wasser: Stürze von Sprungtürmen, Unfälle auf Wasserrutschen und vieles mehr. Damit beschäftigten sich sich Holger Till und Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins „Große schützen Kleine“ in der Studie „Freizeitraum Wasser“.

Ertrinken

„Ertrinken war die Ursache für beinahe jeden fünften tödlichen Kinderunfall“, sagt Till, Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Von den 265 Unfällen zwischen 2016 und 2020 endeten 18 Prozent tödlich. „Wichtig zu bedenken ist, dass das nicht heißt, dass 8 von 10 Ertrinkungsunfällen glimpflich ausgehen. Bei weiteren zwei dieser Kinder werden aufgrund des Sauerstoffmangels lebenslange, teils schwere, Behinderungen die Unfallfolge sein“, betont Till. Das Risiko für eine tödlichen Badeunfall ist in Flüssen fünfmal so hoch und im privaten Gartenpool viermal so hoch wie im öffentlichen Schwimmbad oder im Badesee.

Schwimmen lernen

„Auffällig ist auch, dass Ertrinkungsopfer in den letzten Jahren älter geworden sind. Spitzer: „Zahlreiche Studien und Beobachtungen legen nahe, dass die Schwimmkenntnisse von Kindern und Jugendlichen leider in den letzten Jahren abgenommen haben.“ Unfälle beim Sprungbrett oder der Wasserrutsche treffen vor allem  ältere Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und zu 61 Prozent Burschen. Spitzer vermutet: „Hier spielt sicher die Pubertät sowie das damit verbundene ‚Gruppen- und Imponierverhalten‘ eine nicht zu unterschätzende Rolle.“ Achtung bei Sprüngen: „Betrachtet man die Unfälle im Schwimmbecken, so zeigt sich, dass sich die Kinder und Jugendlichen meist am Beckenrand anhauten – oftmals bei Salto- oder Köpflerversuchen. Auch die Tiefe des Beckens wurde regelmäßig unterschätzt, was ein schmerzhaftes Anstoßen am Boden des Beckens zur Folge hatte. Meist betrafen diese Unfälle auch die 10- bis 14-Jährigen.“

Sicherheitstipps für den „Freizeitraum Wasser“

  • Kinder im und am Wasser immer beaufsichtigen bis sie sehr gut schwimmen können und mindestens 10 Jahre alt sind.
  • Nicht auf Schwimmhilfen verlassen, sie bieten keinen zuverlässigen Schutz.
  • Älteren Geschwistern nicht die Aufsicht übertragen.
  • Kleinkindern beibringen, nur mit Erwachsenen ans und ins Wasser zu gehen und größeren Kindern, immer nur zu zweit zu schwimmen.
  • Wenn Kinder verschwunden sind: Immer zuerst dort suchen wo Wasser ist!
  • Belastung für den Körper durch Hitze an langen Badetagen nicht unterschätzen.

Beitragsfoto: famveldman – stock.adobe.com

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