Weichberger

Sturzfalle Fenster

von NEUES LAND

Kinder können durch ihren höheren Körperschwerpunkt leicht aus dem Fenster kippen. Zuletzt haben sich Fälle gehäuft.

In den letzten Wochen sind mehrere Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren aus dem Fenster gestürzt und haben sich dabei zum Teil lebensbedrohliche Verletzungen zugezogen. Der Verein Große schützen Kleine warnt eindringlich davor, Kinder bis zum Schulalter beim Lüften aus den Augen zu lassen und rät zur Montage von versperrbaren Fenstergriffen. Eltern sollten ihre Kinder außerdem unbedingt darauf hinweisen, wie schnell sie aus dem Fenster „kippen“ können, wenn sie sich hinauslehnen.

Große Gefahr

„Fenster üben auf Kinder eine große Faszination aus. Sind sie geöffnet, ist der Drang die Welt da draußen zu entdecken, groß. Bei einem Kleinkind ist der Kopf im Verhältnis zum restlichen Körper doppelt so groß und schwer wie bei einem Erwachsenen. Es besteht also die große Gefahr, dass das Kind über alles, das niedriger als auf Nabelhöhe ist, leicht vornüberkippen kann“, warnt Holger Till, Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Unter 5-jährige Buben sind am häufigsten von Fensterstürzen betroffen. Jeder zweite Fenstersturz passiert im zweiten und dritten Lebensjahr.

Gleichgewicht

Im Geschosswohnbau sind Architektur und Fensterdesign gefragt, um Fensterstürzen vorzubeugen. Früher gab es vielfach geteilte Fenster: Man konnte die Oberlichte zum Durchlüften öffnen und damit Gefahren für Kleinkinder vorbeugen. Die Hauptunfallursache bei den Jüngsten ist das mangelnde Gefahrenbewusstsein, bei den Älteren ist es die Risikolust. Im Gegensatz zum Fenstersturz, der vorwiegend – jedoch nicht ausschließlich – bei Kleinkindern passiert, betreffen andere Stürze aus der Höhe vor allem ältere Kinder und Jugendliche. Diese verunfallen beispielsweise beim Erklettern von Balkongeländern und Fabriksdächern. Auf dem Fensterbrett zu sitzen und vielleicht sogar einen Fuß nach draußen baumeln lassen – bereits in dieser Position reicht eine geringfügige Störung des Gleichgewichts und der Absturz ist nicht mehr aufzuhalten. Vorsicht ist daher geboten.

 

Sicherheitstipps für den Schutz von Kleinkindern:

  • Versperrbare Fenstergriffe/Balkontüren, Fensterriegel aus Plastik oder Metall montieren
  • Kinder sollen sich beim Lüften nicht alleine im Raum aufhalten
  • Insektengitter und Katzennetze bieten keinen Schutz vor Fensterstürzen
  • Kindern nie die alleinige Aufsicht über jüngere Geschwister übertragen
  • „Aufstiegshilfen“ wie Sessel, Couch oder Spielkisten von Fenstern entfernen

 

Beitragsfoto: oksix – stock.adobe.com

 

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