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Sicherer Spaß im Nass

von NEUES LAND

Bei den hohen Temperaturen suchen viele Abkühlung im kühlen Nass. Allerdings kommt es immer wieder zu Badeunfällen.

Der Sprung ins Wasser beschert wohltuende Abkühlung. Allerdings gilt: Während einer Hitzewelle sollte man den Körper auf die Wassertemperatur vorbereiten, da der Unterschied zur Außentemperatur hoch ist. Das Kreislaufsystem kann sonst aus dem Gleichgewicht geraten, wenn man überhitzt ins Becken springt.

Rasch reagieren

Beobachtet man, dass jemand im Wasser Hilfe braucht, sollte man rasch reagieren und die Notrufnummer 144 wählen. Ertrinkende schnappen oft nach Luft ohne zu schreien, führen unkontrollierte Schwimmbewegungen aus und tauchen immer wieder unter Wasser. Bei einem Badeunfall zählt jede Minute. „Schon nach vier bis fünf Minuten unter Wasser kommt es zum Atemstillstand“, sagt Elisabeth Kellner vom Roten Kreuz. Ertrinkenden sollte man einen Rettungsring, einen Ast oder ein Paddel reichen oder behelfsmäßige Rettungsgeräte wie Stand-up-Boards oder Leitern verwenden. Gerettete müssen zur Beobachtung ins Krankenhaus, auch wenn sie bei Bewusstsein sind. Denn Stunden später könnten schwerwiegende Folgeschäden bis hin zum Lungenversagen auftreten.

Ertrinken ist auch die häufigste tödliche Unfallursache bei Kindern unter 5 Jahren, die zweithäufigste bei 5-14-Jährigen. Kleinkinder können bereits in weniger als 10 Zentimeter Wassertiefe ertrinken.

Badeverletzungen

Bis zu 200 Kinder werden jährlich mit Badeverletzungen an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz behandelt. In den öffentlichen Bädern und Seen handelt es sich meist um Stürze, Aus- und Abrutschen durch die Nässe und Glätte von Fliesen und  Leitern sowie Zusammenstöße mit anderen Personen im Wasser. Auch der Aufprall am Beckenrand oder -boden beim Schwimmen, Tauchen, Köpfeln und Salto schlagen kommt häufig vor, genauso wie Unfälle rund um die Wasserrutsche. „Beim Rutschen empfehlen wir: Nicht in Bauchlage oder mit dem Kopf voraus rutschen, genügend Abstand einhalten, den Auslaufbereich schnell verlassen und im Aufgangsbereich der Rutsche nicht laufen“, so Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle.

Holger Till, Präsident des Vereins Große schützen Kleine und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie rät dringend, Kinder bis etwa zehn Jahre und bis sie sehr gut schwimmen können, nie am Wasser aus den Augen zu lassen und einen Kindernotfallkurs zu besuchen, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

 

Sicherheitstipps:

  • Pools/Biotope/Teiche mit einem 1,5 m hohen Zaun und selbstschließender Tür sichern oder mit einer versperrbaren Überdachung ausstatten!
  • Überlegen Sie gut: Muss ein privater Pool wirklich jetzt schon sein oder können Sie damit warten, bis die Kinder älter sind und gut schwimmen können?
  • Für private Pools gibt es elektronische Sicherheitssysteme, die Alarm schlagen, wenn ein Kind unbeobachtet ins Wasser geht oder zu ertrinken droht.
  • Bringen Sie Kleinkindern bei, nur mit Erwachsenen ans und ins Wasser zu gehen und größeren Kindern, immer nur zu zweit zu schwimmen!
  • Verlassen Sie sich nicht auf Schwimmhilfen: Sie bieten keinen zuverlässigen Schutz!
  • Wenn kleine Kinder verschwunden sind, immer zuerst dort suchen, wo Wasser ist oder sein könnte!
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind die wichtigsten Baderegeln – erklären Sie ihm auch den Sinn dahinter und welche Gefahren vermieden werden.
  • Zumindest für kleinere Kinder empfehlen sich im Planschbecken und im Schwimmbad rutschfeste Badeschuhe.

 

Beitragsfoto: k8most – stock.adobe.com

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