Weichberger

Mentale Strategien in Ausnahme-Situationen

von NEUES LAND

Häusliche Isolation und Quarantäne können eine große Belastung darstellen. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen gibt Empfehlungen für mentale Strategien in herausfordernden Zeiten.

Wissenschaftlich erforschte und bewährte Verhaltensmaßnahmen und mentale Strategien, helfen dabei, eine Ausnahmesituation zu meistern. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen verweist unter anderem auf die Bedeutung einer geordneten Tagesstruktur. Denn Struktur hilft gegen Chaos gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Das bedeutet: die üblichen Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten einhalten. Durch geplantes Handeln hat man das Gefühl, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern diese aktiv zu gestalten.

Medien sollte man bewusst und gezielt konsumieren. Klare Fakten und seriöse Informationen geben Orientierung und Sicherheit. Besonders wichtig in dieser Zeit sind die eigenen Stärken, sie sind Kraftquellen. Innere Ressourcen sind alles, was man an positiven Erfahrungen im Leben bereits gemacht hat, alle Probleme, die man gelöst hat. Auch Bewegung bewirkt im Kopf viel Positives. Darüber hinaus gibt die Verbundenheit mit der Familie oder dem Freundeskreis Halt – auch über das Telefon und Videochats. „Was hat dich heute gefreut?“, ist eine Frage, die aufrichten kann.

Der Fokus auf positive Inhalte beruhigt und stabilisiert. Gefühlsregungen können zur Zeit sehr unterschiedlich sein. Um nicht von ihnen überschwemmt zu werden, kann es beispielsweise helfen, Emotionen aufzuschreiben, zu malen, zu musizieren oder zu meditieren. Hat man das Bedürfnis, über seine Gefühle zu sprechen, sollte eine nahe Bezugsperson Ansprechpartnern sein. Professionelle Hilfe ist beispielsweise über die Helpline des BÖP möglich.

Gerade mit Kindern sollten „Screen-Zeiten“ für Fernsehen, Mobiltelefon oder Computer klar limitiert sein. Zu definieren gilt es auch klar abgegrenzte Stunden, in denen sich jeder alleine beschäftigt. Aber als Elternteil muss man auch akzeptieren, wenn Kinder anhänglicher als sonst sind, sie brauchen gerade jetzt Sicherheit und Geborgenheit. Von großen Erziehungsmaßnahmen und Strafen sollte man möglichst absehen, sondern vielmehr durch Lob positiv verstärken.

Auf engen räumlichen Verhältnissen entsteht sogenannter „Dichtestress“. Auch durch die ungewohnt viele gemeinsame Zeit können Konflikte in der Partnerschaft oder im Familienleben entstehen. Daher sollten alle Familienmitglieder Rückzugsmöglichkeiten haben und Ärger besprochen werden, bevor eine Situation eskaliert. Spaziergänge allein und tägliche Familien-Mini-Krisenstäbe, wie es jedem Einzelnen geht, was jeder braucht und welche Wünsche es gibt, erleichtern den Alltag.

Nähere Informationen: www.boeb.at.

Foto: pressmaster – stock.adobe.com

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