Jungbrunnen Spermidin

von NEUES LAND

Es kurbelt die Müllentsorgung unserer Zellen an und lässt uns gesünder altern: Spermidin. In Graz forscht man intensiv dazu.

Spermidin findet sich in allen Zellen unseres Körpers und schützt Zellen vor altersbedingten Schädigungen“, erklären Molekularbiologin Julia Ring und Ärztin Anna Grötschnig, die im geriatrischen Bereich arbeitet. Die Substanz ist derzeit in aller Munde. Sie wird vom Körper selbst produziert, großteils aber über die Nahrung aufgenommen. Die beiden Schwestern betreiben als „The Ring Sisters“ den Food-Blog „Ring’s health kitchen“ mit Tipps für eine spermidinreiche Ernährung. Bereits vor rund zehn Jahren wurde die lebensverlängernde Wirkungsweise von Spermidin an der Grazer Karl-Franzens-Universität nachgewiesen. Der Name rührt daher, dass die Substanz in der Samenflüssigkeit besonders hoch dosiert vorkommt. Es wird vermutet, dass Spermidin hier das Erbmaterial schützen soll, um die Gesundheit der Nachkommen zu gewährleisten.

Gesünder alt werden

Das Team rund um Frank Madeo am Institut für molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz, in dem auch Julia Ring arbeitet, ist intensiv mit weiteren Forschungen zu Spermidin beschäftigt. Dabei geht es nicht allein um ein längeres Leben, sondern auch darum, gesünder alt zu werden. Spermidin ist bei der Müllentsorgung der Zellen beteiligt. Beschädigte Zellen werden aufgeräumt, damit bleiben die fitteren Zellen übrig.

Regionale Lebensmittel

Unser Körper produziert die Substanz, vor allem durch bestimmte Arten von Darmbakterien, den Hauptteil nehmen wir aber mit dem Essen auf. Vor allem pflanzliche Produkte sind spermidinreich, dazu zählen Weizenkeimschrot, Samen, Nüsse, Kerne, Äpfel, Erbsen, Brokkoli oder Karfiol. In frischen Milchprodukten findet sich wenig davon, aber „ein gealterter Käse enthält eine große Menge an Spermidin, weil die Bakterien es im Reifungsprozess erzeugt haben.“ 

Bei einer wissenschaftlichen Studie mit Bewohnern aus dem Südtiroler Ort Bruneck hat man eruiert, dass die Haupt-Spermidinquellen Vollkornbrot, Müsli, Salat, Kartoffel, Äpfel und Birnen waren, „also eigentlich ganz alltägliche, regionale Lebensmittel“, so Ring. Die Forschung läuft weiter auf Hochtouren, etwa wie sich Spermidin auf verschiedene Organsysteme auswirkt. Ein positiver Effekt auf die Regeneration des Herzmuskels wurde bereits im Tierversuch bestätigt.

Fotos: Aspi13 – stock.adobe.com, Janelle – stock.adobe.com, kongsak – stock.adobe.com

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