Verbot nicht praxistauglich

Das aktuelle Verbot der Laubbläser bringt hoffentlich saubere Luft, aber auch Probleme mit sich. Vor allem Arbeitnehmer/innen, die sich um die Reinigung von öffentlichen Flächen kümmern, fühlen sich im Stich gelassen. Dieses Resümee zog Landarbeiterkammer-Präsident Christian Mandl, nachdem er sich bei Kammermitgliedern am Schlossberg um die Auswirkungen des Verbotes erkundigt hatte.

Landarbeiterkammer-Präsident Christian Mandl wollte es genau wissen, wie sich das Verbot der Laubbläser in der Praxis auswirkt. Nachdem seit Anfang Oktober in Graz, Leibnitz und Kaindorf/Sulm der Einsatz von Laubblasgeräten per Verordnung verboten ist, erkundigte sich Mandl bei den Mitarbeitern der Graz Holding am Schlossberg über die Auswirkungen des Verbotes. Die Stmk. Landarbeiterkammer hatte vor über einem Jahr die Pläne für ein Laubbläser-Verbot zugunsten einer Verringerung der Feinstaubbelastung grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig wies die Kammer jedoch bereits damals auf die Problematik für bei der Reinigung der öffentlichen Flächen im unwegsamen Gelände hin. Daher forderte die Landarbeiterkammer bei einem Laubbläser-Verbot stets entsprechend zusätzliches Personal in diesem Bereich, damit die Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt werden können.

Auf mehr Leute kann man bei der Holding Graz am Schlossberg jedoch nicht zurückgreifen – nun allerdings auch nicht mehr auf die Laubbläser. Daher sei die Lage gerade jetzt im Herbst besonders angespannt, wie Standortleiter Christian Ottinger weiß. Viele Leute nutzen die schönen Herbsttage, um den Schlossberg zu erkunden und zu genießen. Da kann das Laub auch zur Gefahr werden, wenn es etwa noch feucht ist und die steilen Gehwege oder Stufen bedeckt. Aufgrund des Wissens um das Verbot versuchten Ottinger und sein Team auch bereits im Vorfeld Alternativen zum Laubbläser zu finden. Die gefundenen Möglichkeiten – etwa eine tragbare Kehrwalze – sind jedoch keine zufriedenstellenden Lösungen. „Nasses Laub lässt sich zum Beispiel nur schwer kehren, weil es zerreißt. An trockenen Tagen verursacht die Kehrwalze vermutlich ähnlich viel Feinstaub wie ein Laubbläser“, so der Standortleiter. Ottinger betont auch, dass bereits in der Vergangenheit darauf geachtet wurde, dass das Laub nur zu Zeiten, in denen so wenig Feinstaub wie möglich aufgewirbelt wird, von den Gehwegen und Flächen geblasen wurde.

Eine Lösung wäre – wie von der Landarbeiterkammer gefordert – mehr Personal, erheblich mehr Personal. LAK-Präsident Christian Mandl meinte dazu nach seinem Lokalaugenschein am Schlossberg: „Wie ich jetzt weiß, befreit ein guter Arbeiter mit dem Laubbläser den ganzen Schlossberg in zwei bis drei Tagen. Um das von Hand zu erledigen, wären wohl mindestens 20 zusätzliche Leute nötig.“ Dass eine solche Aufstockung in Zeiten von knappen Budgets utopisch ist, wissen sowohl Mandl als auch Ottinger. Daher fordern beide: „Wir brauchen speziell für einen so speziellen Arbeitsplatz wie den Schlossberg dringend Lösungen – auch im Sinne aller Besucher dieses Grazer Juwels, die sich hier gefahrlos bewegen möchten. Für so exponierte Lagen sollte es Ausnahmen geben und der Einsatz von verbesserten Sauggeräten möglich sein.“

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