Mehr auf die Ohren achten!

Morgen ist der Welttag des Hörens: Experten raten zum bestmöglichen Schutz der Ohren und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Das Hören zählt neben dem Sehen zu den wichtigsten menschlichen Sinnen. Das Ohr besteht aus drei Teilen, die in einem Zusammenspiel für die Weiterleitung von Schallwellen ans Gehirn und somit für den Hörvorgang verantwortlich sind: Außenohr, Mittelohr und Innenohr.
Das Ohr versorgt das Gehirn permanent mit Reizen. Das erzeugt auch Wachheit, Vitalität und Kreativität. Dies erklärt im Umkehrschluss, warum Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung oftmals rascher ermüden.

Hörminderung

Lukas Schinko, Vorstand Hör-akustikunternehmen Neuroth.

Weltweit sind immer mehr Menschen von einer Hörminderung betroffen. In Österreich ist es rund jeder Fünfte. HNO-Arzt Wolfgang Luttenberger erklärt, auf welche Alarmzeichen man achten sollte: „Wenn andere die eingestellte Lautstärke im Radio oder im Fernsehen stört. Wenn man glaubt, dass die TV-Sprecher nuscheln oder schwer verständlich sind. Und wenn man nicht mehr gerne unter Leute geht, weil man Gesprächen schwerer folgen kann.“
Schätzungen zufolge tragen weltweit nur knapp 25 Prozent der Menschen mit Hörminderung Hörgeräte. „Leider dauert es im Schnitt bis zu zehn Jahre, bis sich Betroffene nach einer HNO-ärztlichen Diagnose mit Hörgeräten versorgen lassen“, sagt Lukas Schinko, Vorstandsvorsitzender des Hörakustikunternehmens Neuroth.

Unterversorgung

Eine unbehandelte Hörminderung hat nicht nur körperliche Folgen für die Betroffenen, sondern auch volkswirtschaftliche Auswirkungen: So zeigen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Vorjahr, dass durch die Folgen der internationalen Hörgeräte-Unterversorgung Kosten in Höhe von rund 710 Milliarden Euro pro Jahr entstehen – etwa durch den Verlust kognitiver Fähigkeiten, Depressionen, Verletzungen oder Berufsunfähigkeit.
„Umso wichtiger ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten, um das Stigma von Hörgeräten weiter abzubauen“, so Schinko. Er fordert eine verstärkte Hörvorsorge. „Unser Gehör ist 24 Stunden pro Tag im Einsatz und damit eines der wichtigsten Sinnesorgane. Unsere Ohren sind der Schlüssel zu gelungener Kommunikation. Leidet das Gehör, leidet auch das Zwischenmenschliche“, sagt der Hörakustiker. „Die Angst vor einer Hörminderung beziehungsweise vor Hörgeräten ist nach wie vor groß – obwohl Hörgeräte von heute sehr klein und einfach zu bedienen sind.“

Ein regelmäßiger Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker wird empfohlen.

Gehörschutz

Empfohlen wird daher ein regelmäßiger Hörtest bei einem HNO-Arzt oder einem Hörgeräteakustiker. „Je länger man mit der Hörgeräte-Versorgung wartet, desto schwieriger ist der Weg zurück zu besserem Hören. Denn das Gehirn verlernt das Hören und Sprachverstehen zunehmend“, so Schinko.
Was kann man seinen Ohren aus ärztlicher Sicht Gutes tun, um die Hörfähigkeit bis ins Alter möglichst gut zu erhalten? „Es ist wichtig, zum Schutz vor Lärm in erforderlichen Situationen stets einen Gehörschutz zu tragen“, betont Luttenberger. Da unser Alltag immer lauter wird, sollte man seinen Ohren regelmäßige Ruhepausen gönnen und Zeiten in ruhiger Umgebung einplanen. Allgemein gesehen ist ein gesunder Lebensstil zu empfehlen, „das schließt den Verzicht auf das Rauchen ebenso ein wie eine vitaminreiche, gesunde Ernährung“, so Luttenberger. Ist man immer wieder Lärmbelastungen ausgesetzt, so ist der Gehörschutz wesentlich. Schinko: „Er hilft präventiv und wird am besten individuell angepasst. Es gibt ihn für verschiedenste Lebensbereiche – das reicht vom Konzertbesuch über das Arbeiten im Großraumbüro bis zur Jagd.“

Die Angst vor Hörgeräten ist groß, obwohl diese heute bereits sehr klein sind. Fotos: Neuroth

Welttag des Hörens

Der „Welttag des Hörens“ („World Hearing Day“ beziehungsweise „International Ear Care Day“) ist ein internationaler Aktionstag, mit dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alljährlich am 3.3. auf die Bedeutung des Gehörs und die Versorgung von Hörminderungen hinweisen möchte. Das Datum 3.3. ist nicht ohne Hintergrund gewählt: Es soll nämlich an zwei Ohren erinnern. Der Welttag des Hörens wurde erstmals im Jahr 2007 auf der „Ersten Internationalen Konferenz zur Prävention und Rehabilitation von Hörminderungen“ in Peking ins Leben gerufen. Er hat ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema.

Foto oben: fotolia.com/Janina Dierks

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