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Warnung vor dem Ertrinken

von NEUES LAND

Der Sprung ins kühle Nass erfrischt, birgt aber auch Gefahren. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene sind nicht vor tragischen Badeunfällen gefeit, die leider oft mit dem Ertrinken enden.

In der letzten Zeit haben sich tragische Vorfälle rund ums Wasser wieder gehäuft, mehrere Menschen sind bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Der Sprung ins Wasser ist in den Sommermonaten eine willkommene Abkühlung, die Gefahr vom Ertrinken wird allerdings oftmals unterschätzt. Österreichweit sind heuer bereits fünf Kinder bei Unfällen im Wasser gestorben, eines davon in der Steiermark.

Bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren ist Ertrinken die häufigste tödliche Unfallursache. Auf ein tödlich verunglücktes Kind kommt ein weiteres, das eine schwere geistige Behinderung davonträgt. Holger Till, Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, warnt eindringlich: „Kinder ertrinken lautlos und innerhalb weniger Minuten.“ Schon eine kurze Zeitspanne der Unaufmerksamkeit ist gefährlich.

Zu Hause

Rund ein Viertel aller Ertrinkungsunfälle passiert übrigens zu Hause. Dort sind die Überlebenschancen um fast ein Fünftel geringer als in einem öffentlichen Bad. Der Grund: von der Ersten Hilfe bis ins Krankenhaus dauert es oft deutlich länger. Kinder sollten bis zum Alter von mindestens zehn Jahren daher nicht aus den Augen gelassen werden. Das Erreichen sehr guter Schwimmkenntnisse ist absolut wesentlich, diese nehmen allerdings gerade bei Kindern und Jugendlichen ab, warnen Experten.

Gefahr für alle

Auch Erwachsene sind vor Badeunfällen nicht gefeit. Weil Schwimmen anstrengt, drohen vor allem älteren Menschen Kreislaufschwächen. Ganz besonders nach Sonnenbädern sollte man sich, egal ob alt oder jung, gut abkühlen, bevor man ins Wasser geht. Denn der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Körper belastet den Organismus. Bleibt man zu lange im Wasser und friert, drohen laut Rotem Kreuz Krämpfe oder Unterkühlungen. Kann man sich nicht mehr über Wasser halten, tritt aufgrund des Sauerstoffmangels schon nach vier bis fünf Minuten der Herz-Kreislauf-Stillstand ein. 

„Schwimmen ist eine unvergleichbare Überlebenstechnik, deshalb ist es für jedes einzelne Kind ganz besonders wichtig, schwimmen zu lernen. Und das braucht Zeit, Übung und auch Erfahrung mit dem Element Wasser“, sagte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Forschungsbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Für Erwachsene gilt gleichermaßen: Selbstüberschätzung ist fehl am Platz.

Sicherheitstipps 

  • Kinder im und am Wasser immer beaufsichtigen bis sie sehr gut schwimmen können und mindestens 10 Jahre alt sind.
  • Nicht auf Schwimmhilfen verlassen, sie bieten keinen zuverlässigen Schutz.
  • Älteren Geschwistern nicht die Aufsicht übertragen.
  • Kleinkindern beibringen, nur mit Erwachsenen ans und ins Wasser zu gehen und größeren Kindern, immer nur zu zweit zu schwimmen.
  • Wenn Kinder verschwunden sind: Immer zuerst dort suchen wo Wasser ist!
  • Belastung für den Körper durch Hitze an langen Badetagen nicht unterschätzen.

 

Beitragsfoto: gnepphoto – stock.adobe.com

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