Weichberger

#gehzumarzt

von NEUES LAND

Eine Kampagne will Herzpatienten mobilisieren, früher ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Pandemie hat viele verunsichert.

Rund 115.000 Menschen über 65 Jahren in Österreich sind von einer Herzklappenerkrankung betroffen. Die meisten Erkrankungen bleiben jedoch unerkannt, da die Symptome oft als normaler Bestandteil des Älterwerdens akzeptiert werden, obwohl sie lebensbedrohend sein können. Zudem haben viele Menschen mit Herzerkrankungen gerade in den vergangenen Monaten aus Angst vor einer Covid-Infektion oft erst spät ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Während der Pandemie gab es Schätzungen zufolge 60 Prozent weniger Herzdiagnoseverfahren. Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere jene mit einem Alter von über 70 Jahren, sind tendenziell eher gefährdet, schwer an Covid zu erkranken.

Zur Vorsorge

Die internationale Informationskampagne „#justtreat“ des Global Heart Hub und seiner Mitgliedsvereine will nun dazu beitragen, dass sich Menschen mit Herzbeschwerden wieder vertrauensvoll an ihre Ärzte wenden. 2019 wurde „Meine Herzklappe – Verein zur Information über Herzklappenerkrankungen“ ins Leben gerufen. Die österreichische Arzt-Patienten-Plattform unterstützt diesen internationalen Aufruf unter dem Motto #gehzumarzt. „Derzeit erleben wir noch eine große Zurückhaltung, wenn es um den persönlichen Kontakt oder direkte körperliche Untersuchungen geht, obwohl die Spitäler alles tun, um sie so sicher wie irgend möglich zu machen. Es gibt Zutrittskontrollen, Besuchsbeschränkungen, jeder Patient wird sofort getestet. Gerade Risiko-Patienten sollten sich regelmäßig von ihrem behandelnden Arzt abhören lassen“, sagt Vereins-Mitbegründer Christian Hengstenberg, Leiter der Kardiologie am Universitätsklinikum AKH Wien.

Vorsichtsmaßnahmen

Gerade für Herz-Patienten ist die Prävention der Schlüssel zu einem beschwerdefreien Leben. Es gäbe auch kein größeres Covid-Ansteckungsrisiko allein aufgrund eines Herzklappenfehlers. „Meist sind Patienten mit Herzklappenerkrankungen jedoch in einem etwas fortgeschrittenem Alter und da besteht natürlich die Gefahr, mit dem Virus schwerer krank zu werden“, so Hengstenberg. Daher sei es anzuraten, alle empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen.

Beitragsfoto: Dragana Gordic – stock.adobe.com

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