Weichberger

Resilienz: Sensibler Blick auf junge Menschen

von NEUES LAND

Der Landesverband für Psychotherapie sensibilisiert für etwaige Folgen der vergangenen Wochen für Kinder und Jugendliche.

Ein Virus hat seit Mitte März dieses Jahres unser Leben stark beeinflusst, auch das der Kinder und Jugendlichen. „Neben einer adäquaten Grundversorgung brauchen Kinder und Jugendliche für ein gesundes Heranwachsen und deren Entwicklung vor allem Stabilität, Sicherheit und tragende Beziehungen“, betont man beim Steirischen Landesverband für Psychotherapie mit der Vorstandsvorsitzenden Ingrid Jagiello an der Spitze.

Man verweist auf die vielen Unsicherheiten, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie entstanden sind. Sozialkontakte wurden von heute auf morgen verboten, Kontakte zu Gleichaltrigen waren kaum möglich. Home office, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit waren für Elternteile brisante Themen – Anspannung, Überforderung, existenzielle Sorgen waren vielerorts die Folge. „Diese Verunsicherungen und Ängste der Eltern haben immer auch Einfluss auf deren Kinder.“

Vulnerable Zeit

Für kleine Kinder war es schwierig, die unsichtbare Gefahr als solche zu erfassen. „Gerade auch der Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter ist eine vulnerable Zeit“, betont man beim Landesverband, „biologische Reifungsschritte in der Pubertät, noch dazu unter Steuerung verschiedener Hormone, stellen für Jugendliche und deren Eltern oftmals auch ohne eine äußere Krisensituation eine große Herausforderung dar. Autoritäten und Wertesysteme werden hinterfragt, erste sexuelle Erfahrungen werden gemacht und es kommt zu einem Ablösen vom Elternhaus. Für diesen Entwicklungsschritt braucht es ausreichend Kontakt mit Gleichaltrigen, was bedingt durch die verhängten Ausgangsbeschränkungen zumindest für einige Wochen nicht möglich war.“

Resilienz

Resilienz, die psychische Widerstandskraft und damit die Fähigkeit mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen, ist individuell unterschiedlich ausgeprägt. „Auswirkungen der getroffenen Corona-Maßnahmen können ein erhöhtes Risikopotential für spätere psychische Störungen oder eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung sein“, wollen die Experten dafür sensibilisieren, dem Verhalten von Kindern und Jugendlichen besonders aufmerksam gegenüber zu sein und bei Verhaltensänderungen oder eventuellen Störungen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nähere informationen dazu findet man auf www.stlp.at

Foto: Antipina – stock.adobe.com

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