Christian Stocker ist der 19. Obmann der Österreichischen Volkspartei. Was vor drei Monaten wahrscheinlich kaum jemand für möglich gehalten hatte, am wenigsten er selbst, ist nun mit beeindruckenden 98,42 Prozent eingetreten. Christian Stocker ist Anfang Jänner nach dem Scheitern der Zuckerlkoalitionsregierungsverhandlungen in die ÖVP-Krisensitzung hineingegangen, mit der Absicht, als Generalsekretär zurückzutreten und sich auf sein Regionalmandat zu konzentrieren, herausgekommen ist er als potentieller Bundeskanzler und Bundesparteiobmann. Nun ist beides amtlich.
Der Bundesparteitag fand logischerweise in der Heimatgemeinde von Christian Stocker, in der Arena Nova in Wiener Neustadt, statt. Über 2000 politisch Interessierte waren dem Ruf der Partei gefolgt und sorgten für eine mehr als zu erwartende Aufbruchstimmung. Nach den bescheidenen Ergebnissen bei den letzten Wahlen und den mühsamen Regierungsverhandlungen ist es Stocker gelungen, die Partei zu einen und einen Kurs der Vernunft und Zuversicht einzuschlagen.
Der scheidende Bundesparteiobmann Karl Nehammer bedankte sich bei seinen Wegbegleitern und hielt eine imposante Abschiedsrede. Leider ist es ihm nicht gelungen, seine durchwegs interessante Leistungsbilanz auch dem Wählervolk zu vermitteln. Sein konsequentes Handeln nach der verlorenen Wahl und dem Scheitern der ersten Koalitionsverhandlungen zeugt von großer politischer Verantwortung. „Versprochen und gehalten“, ist nicht immer politische Realität.
Am Parteitag wurde bewusst auf Inszenierung und fetzige Choreografie verzichtet, denn Christian Stocker ist ein ehrlicher, geradliniger, unaufgeregter, aber sehr bewusster und konsequenter Politiker, der keine Inszenierung braucht, um seine politischen Ziele zu vermitteln. Man glaubt ihm auch so und das ist gut so.