Mode direkt vom Bauernhof

Am Hof der Familie Schaunitzer vulgo Wagner in Lassing lebt Daniela Hiesl-mair ihre große Leidenschaft als Modemacherin

 

Es war, wie so oft, die Liebe, die die junge Oberösterreicherin in die Steiermark und auf den Hof gebracht hat. Kennengelernt hat sie ihren Matthias beim Lederhosentreffen in Windisch-Garsten, wo eine Freundin, die Daniela seit der gemeinsamen Schulzeit an der HBLA für Mode- und Bekleidungstechnik in Linz kennt, die beiden bekannt gemacht hat. Ein folgenschweres Treffen: Daniela gab ihre Stelle als Schneiderin beim renommierten Linzer Designer Gottfried Birklbauer auf, und zog auf den Milchkuhbetrieb, den Matthias gemeinsam mit seinem Vater führt.

Mittlerweile ist sie das dritte Jahr in der Steiermark und der gemeinsame Sohn Julius ist schon fast zweieinhalb. Sie wurde von den Schwiegereltern und von der Oma herzlich aufgenommen und hatte sich bald gut eingelebt.

Es ist für sie selbstverständlich, dass sie mit anpackt, wenn Not am Mann ist, und dass sie sich für die Belange des Betriebes interessiert. Nach wie vor ist aber die Leidenschaft für Stoffe, Schnitte und Muster deutlich größer als jene für die Landwirtschaft.

Eigenes Atlier

Mit der Unterstützung der gesamten Familie hat sie sich vor genau einem Jahr ihren Traum vom eigenen Atelier verwirklicht. In ihrer Hofschneiderei schafft sie mit viel Enthusiasmus und Herzblut individuell gefertigte Einzelstücke vom Dirndl bis hin zum Brautkleid.

Dabei kombiniert sie Jeansstoffe mit traditionell bedruckten Dirndlstoffen oder verpasst modernen Kleidern durch raffinierte Details einen Hauch von Tracht.

„Besonders wichtig war mir immer der Nachhaltigkeitsgedanke – ich wollte der weitverbreiteten Wegwerfmentalität etwas entgegensetzen“, erklärt Daniela ihren Zugang. So ist es für sie eine der willkommensten Herausforderungen, alte Lieblingsstücke in einem neuen Kleidungsstück zu integrieren und ihnen so zu neuem Glanz zu verhelfen. Genauso große Freude macht es ihr und ihren Kundinnen aber auch, Frustkäufe, die monatelang ungetragen im Schrank hängen, einer neuen Verwendung zuzuführen. Dadurch avancierte schon so mancher Fehleinkauf dank ihres Geschicks doch noch zum Lieblingsteil.

Balance

Daniela hat ein sicheres Gespür dafür, was ihren Kundinnen steht. Bevormunden will sie sie aber nicht, und so hält sie gekonnt die Balance zwischen Künstlerin und Dienstleisterin. Noch wichtiger ist es für sie derzeit aber, das richtige Gleichgewicht zwischen ihrer Mutterrolle und ihrer Leidenschaft für die Schneiderei zu finden. „Derzeit hat Julius bedingungslosen Vorrang“, lässt Daniela keinen Zweifel aufkommen. Aus diesem Grund muss die Verwirklichung ihrer Träume in Hinblick auf ihre Karriere als Schneiderin noch ein wenig warten.

Eigenes Label

Was sie einmal erreichen möchte, weiß sie aber jetzt schon: „Irgendwann hätte ich gerne ein eigenes Label, gemeinsam mit meiner Freundin und Schulkollegin“, träumt sie von gemeinsamen Projekten mit einer Gleichgesinnten und schwärm von den Möglichkeiten die Kreativität gegenseitig zu beflügeln.

 

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Individuell und farbenprächtig sorgen auch bei Modellen abseits des Trachtigen durchdachte Details für einen Hauch von Folklore. Fotos: kk

 

 

 

 

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