„Alexa läuft“ im Murtal

von Alexander Macek

Auf Initiative von Alexandra Huber, Mitarbeiterin im Steirischen Bauernbund und für die Buchhaltung sowie die Urkunden im Büro zuständig, wurde „Alexa läuft“ ins Leben gerufen.

Alexa wird dabei bei Läufen, die quer durch die Steiermark stattfinden, für den Steirischen Bauernbund an den Start gehen und vorher Betriebe besuchen, um mittels Zeitungsartikel sowie Social Media den Menschen die Landwirtschaft näher zu bringen.

Den Anfang machte sie dieser Tage am Hof von Familie Grasser in St. Lorenzen bei Knittelfeld, wo sie den Betriebsführer Michael Grasser (23) und seine Lebensgefährtin Julia Sorger (25) zum Interview traf, bevor sie beim Business Lauf am Red Bull Ring an den Start ging.  Sie bewirtschaften mit den Eltern einen Milchviehbetrieb samt Molkerei.

Michael Grasser und Julia Sorger führen einen Milchviehbetrieb im Murtal.

Alexa: Julia, du kommst aus Voitsberg. Wie hat es dich hierher in die Obersteiermark verschlagen? Und hattest du vorher schon einen landwirtschaftlichen Bezug?

Sorger: Der Betrieb hatte ein Hoffest, das habe ich in der Zeitung gelesen, bin raufgefahren und habe Michael kennengelernt. Seitdem bin ich hier und das seit dem Jahr 2015. Ich besuchte die Landwirtschaftsschule Alt-Grottenhof und in Voitsberg betreibt meine Familie einen Mostbuschenschank, also habe ich mich schon immer für Landwirtschaft interessiert und für mich war nie außer Frage, dass ich einmal einen Bauern zum Mann haben werde.

Alexa: Michael, seit wann bist du Betriebsführer, wie kam es dazu und arbeiten deine Eltern noch am Betrieb mit?

Grasser: Ich bin nun seit 1.5.2018 Betriebsführer. Meine Eltern sind quasi die Verpächter. Wir sind ein typischer Familienbetrieb, bei dem es keinen Chef gibt, aber mir war wichtig, auch für meine persönliche Lebensplanung, dass ich fünf Jahre nach der Beendigung der Schule den Betrieb übernehmen darf und somit auch Verantwortung und das haben mir meine Eltern ermöglicht. Leider ist es ja auf vielen Betrieben so, dass die Elterngeneration nicht übergibt und somit oft die Kinder nicht am Hof halten kann. Meine Eltern arbeiten fleißig mit. Meine Mutter kümmert sich um die Bürotätigkeiten und die Buchführung, mein Papa um die Vermarktung und um die Auslieferung unserer Produkte und meine Freundin Julia um die Molkerei.

Alexandra Huber läuft unter Initiative “Alexa läuft” für die Landwirtschaft.

Alexa: Apropos Molkerei: Wann habt ihr diese errichtet und wie seid ihr darauf gekommen euren Betrieb umzustellen?

Grasser: Die Molkerei gibt es seit 2017. 2016 war eine schlechtes Milchjahr und wir haben uns am Ende des Jahres im Familienverbund zusammengesetzt und sind zum Entschluss gekommen, wenn wir nicht etwas verändern oder probieren, müssen wir kurz oder lang den Hof schließen. Mein Papa hat sich dann im Internet schlau gemacht und ist auf eine gebrauchte Molkereianlage gestoßen. Das hat eingeschlagen. Wobei wir auch unseren regionalen Molkereien, die das vorher schon machten, dankbar sind. Sie haben uns mit Rat und Tat unterstützt.

Alexa: Wie vermarktet ihr eure Produkte, also Milch, Cremetopfen und dergleichen?

Grasser: Wir haben unseren Hauptschwerpunkt auf größere Kunden gelegt. So beliefern wir neben regionalen Kunden auch Kunden in Wien, Graz oder Schladming mit unseren Produkten. In Graz sind es sehr viele Bäckereien wie Sorger, Kern oder Teschl, in Wien sind es mehr die Eisproduzenten, die uns sehr viel Milch abnehmen. Aber uns ist es wichtig uns nicht als Konkurrenz zu den anderen regionalen Molkereien in unserer Gegend zu sehen, denn jeder von uns hat eine andere Schiene, der eine macht Schulmilch, der andere Bio.

Alexa: Welche Zukunftspläne habt ihr am Hof?

Grasser: Wir haben ein neues Projekt. Wir wollen unseren Bauernhof zu einem Schaubetrieb für Schulen, Städter und nicht bäuerliche Bevölkerung ausbauen. Hier soll von der Geburt über die Aufzucht bis zur Schlachtung alles am Betrieb passieren, damit die Menschen sehen können, wie moderne Landwirtschaft funktioniert, denn wir Bauern müssen das den Leuten näherbringen.

Alexa: Bei so viel Arbeit – bleibt da noch Zeit für die Freizeit?

Grasser: Natürlich! Das ist ganz wichtig als Ausgleich. Ich gehe gerne auf den Fußballplatz, am liebsten zu Spielen des SK Sturm und spiele auch selbst noch aktiv Fußball.

Sorger: Und wir fahren auch zwei Mal im Jahr auf Urlaub. Einmal im Sommer und einmal im Winter. Das gehört dazu.

Grasser: Ja, das haben mir unsere Eltern schon vorgelebt. Auch der Landwirt muss sich Zeit für die Freizeit nehmen.

Alexa: Wo seht ihr euch und eurem Betrieb in zehn Jahren und was wünscht ihr euch?

Grasser: Ein Wunsch wäre, dass wir als Bauern wieder Wertschätzung und Anerkennung bekommen, die uns zusteht. Und betrieblich hoffe ich, dass mein Bruder, der derzeit noch in einer Firma arbeitet auch am Betrieb miteinsteigt. Dann sind wir ein richtiger Familienbetrieb, wahrscheinlich auch mit unseren eigenen Kindern.

 

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