Alexa beim Wüstenlauf

von Alexander Macek

Bei tropischen Temperaturen ging die Initiative „Alexa läuft“ in die dritte Etappe. Diesmal lief Alexandra Huber den Parkthermen Wüstenlauf in Bad Radkersburg. Im Vorfeld traf sie einen Querdenker: Ewald Fröhlich, Reisbauer aus Dietzen.

Alexa: Herr Fröhlich, wie kommt man dazu, in der Steiermark Reis anzubauen?

Fröhlich: Ich habe den Betrieb von meinen Eltern übernommen. Früher war es ein Rinderbetrieb, danach ein Schweinebetrieb mit Ackerbau. Ich habe mich dann mehr auf den Ölkürbis und die Käferbohnen konzentriert. Ein Querdenker war ich schon immer und deshalb habe ich mir gedacht: probiere was, das niemand hat. Und da Reis ein Grundnahrungsmittel ist und mir auch innovativ erschien, habe ich 2014 dann das erste Mal Reis gesät.

Alexa: Mit Erfolg?

Ewald Fröhlich im Reisfeld.

Fröhlich: Naja zuerst nicht, die ersten zwei Jahre waren sehr durchwachsen. Wir waren damals zu zweit mit SteirerREIS unterwegs und musste erst alles lernen, da es ja nicht alltäglich ist, hier Reis anzubauen. Wir haben uns in der Schweiz schlau gemacht, dort gibt es jemanden, doch der hat uns keine Ratschläge mehr gegeben, als er merkte, dass wir auch vermarkten wollen. Das Hauptanbaugebiet für Reis in Europa ist Italien. Die Anbaumethode ist aber aufgrund des Klimas und des Bodens eine ganz andere. Unter anderem werden die Reisfelder geflutet. Wir haben uns aber nicht entmutigen lassen und 2016 wurde das erste Mal steirischer Reis geerntet. Heute ernten wir 40 Tonnen Reis.

Alexa: Aus SteirerREIS entwickelte sich So-Fröhlich Reis, da Sie und Ihr einstiger Partner getrennte Wege gingen. Wird allein auf Ihren Flächen Reis angebaut oder machen andere Bauern mit?

Fröhlich: Mehr als die Hälfte der Fläche bewirtschafte ich selbst, den Rest machen wir mittels Vetragsanbau mit einigen Partnern und es funktioniert recht gut.

Alexa: Ist das Klima in der Steiermark günstig, um Reis anzubauen?

Fröhlich: Leider muss man sagen, macht der Klimawandel den Reisanbau erst möglich. Wir  haben über 2000 Sonnenstunden in der Südoststeiermark und auch die Temperatur hat sich in den letzten Jahren um 1,5 Grad Celsius erwärmt. Reis braucht eben eine gewisse Hitze und Wärme aber auch Nässe.

Alexa: Wie bekommen Sie diese Nässe zusammen?

Fröhlich: Im Gegensatz zu Italien fluten wir die Felder nicht direkt. Da dies auch nichts bringen würde, weil unser Boden zu viel Wasser durchlässt. Unser Trockenreis braucht alle 8 bis 10 Tage circa 20 Liter Wasser. Wenn es nicht regnet, müssen wir mit Wasser aus den Murauen, welches zu genüge vorhanden ist, bewässern.

Alexa: Aus dem gewonnen Reis wird aber nicht nur das Produkt an sich vermarktet, sondern auch die Nebenprodukte. Was erzeugen Sie hier und wo werden diese Produkte vermarktet.

Fröhlich: Beim Polieren von Reis entsteht ein Bruch, aus dem wird Gries, Mehl und Bier produziert. Der Reis harmonisiert gut mit dem Hopfen und eine regionale Brauerei stellt das Bier für uns her. Weiters haben wir auch Reisnudeln in verschiedensten Formen im Sortiment. Vermarktet wird das ganze einerseits mittels Onlineshop und Direktvermarktung ab Hof. Anderseits haben wir großartige Partner wie das Lagerhaus, s´Fachl oder Nah und Frisch wo unsere Produkte von Graz, Wien, Salzburg, Niederösterreich bis Hamburg vermarktet werden. Meine Frau unterstützt mich wo sie kann, obwohl sie nicht hauptberuflich am Betrieb mitarbeitet und auch meine Eltern und Kinder packen mit an. Der Vorteil an unseren Produkten ist, dass sie lange haltbar sind und somit auch nicht sofort verarbeitet werden müssen, wie im Milchsektor zum Beispiel. Da sparen wir uns Arbeitskräfte, obwohl uns manchmal jemand auf geringfügiger Basis zur Hand geht.

Alexa: Das klingt alles sehr spannend. Kann man vom Reisanbau allein als Landwirt leben?

Fröhlich: Es ist ein weiteres schönes Standbein in meinem restlichen landwirtschaftlichen Betrieb. Wir haben ja auch noch eine Schweinemast und den Ackerbau. Hier vermarkten wir auch die Käferbohne und Kernöl und wir machen zusätzlich noch Saatgutvermehrung von Mais.

Alexa: Nun noch eine abschließende Frage: Wo sehen Sie Ihren Betrieb in 10-20 Jahren?

Fröhlich: Ich werde mich bemühen unsere Produkte österreichweit voranzubringen und hoffe, dass meine Tochter, sollte sie den Betrieb übernehmen, mit dem Produkt Reis so viel verdienen kann, dass sie mit der Direktvermarktung davon leben kann.

Alexa: Das hoffen wir für Sie. Herzliche Gratulation zu dem tollen Betrieb und den Mut etwas Neues zu wagen.

 

Fotos: Huber

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