Wildtiere vor neuen Herausforderungen

von Karlheinz Lind

Der Klimawandel und die verstärkte Nutzung der Wildlebensräume durch den Menschen setzen den Wildtieren erheblich zu. Um dem entgegenzuwirken, verstärkt die Steirische Jägerschaft die Aufklärung.

Auch in Österreich sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar. Steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher- und Permafrostflächen, zunehmende Hitze, Dürreperioden, aber auch intensivere Starkregenereignisse mit Überflutungen wirken sich auf Gesellschaft, Landwirtschaft und das tägliche Leben aus. Um über die Folgen für die heimischen Wildtiere zu berichten, lud die Steirische Jägerschaft kürzlich zur Pressekonferenz nach Graz. Dazu konnte Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau auch Landesrätin Simone Schmiedtbauer sowie die Leiterin des Pathologischen Labors für Wildtierforschung an der Vetmeduni Wien, Anna Kübber-Heiss, begrüßen.

Große Veränderungen

Kübber-Heiss stellte bereits eingangs fest: „In den vergangenen 30 Jahren hat sich enorm viel verändert. Besonders betroffen davon sind das Klima, die Landwirtschaft sowie die Mobilität.“ Und genau diese Faktoren wirken sich auch auf die Gesundheit von Wildtieren aus. Die Expertin spannte dabei einen Bogen von bereits seit Jahrzehnten bestehenden Wildkrankheiten wie etwa Tollwut oder Tuberkulose bis hin zum erst seit wenigen Jahren auftretenden Riesenleberegel. Kübber-Heiss weiter: „Durch den Klimawandel ist das Immunsystem der Wildtiere geschwächt. Bakterien, Parasiten oder Viren haben damit leichtes Spiel.“ Landesjägermeister Mayr-Melnhof-Saurau ergänzte: „Wildtiere sind die ersten Gefährdeten. Deshalb schulen wir unsere Jäger und werden somit zu wichtigen Partnern für die Wildtiergesundheit.“

Landesrätin Simone Schmiedtbauer abschließend: „Der Austausch mit der Jägerschaft ist mir enorm wichtig.“ Angesprochen auf die verstärkte Freizeitnutzung der Wildlebensräume durch den Menschen sagte Schmiedtbauer: „Es braucht Ruhezonen für das Wild. Das werden wir unterstützen.“

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