Steirische Vielfalt im Visier

Minister Andrä Rupprechter beehrte die Steiermark und war von der Innovationskraft der heimischen Familienbetriebe angetan.

Die erste Station beim Steiermark-Tag des Ministers war der Besuch am Milchkuh-Betrieb von Jakob Karner. Diesen hat Landesrat Hans Seitinger kurzer Hand zum „Krieglacher Bauernparlament“ umgestaltet. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter antwortete beherzt auf die Fragen der anwesenden Funktionäre. Es gab ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Bildung, da jeder Euro, den man in die Bildung steckt, um das 2,2-fache zurückkommt. Die Stärkung der ländlichen Infrastruktur ist ein zentrales Anliegen, um der Abwanderung entgegenzuwirken und die Unterstützung der Bergbauern spielt eine wichtige Rolle im neuen Agrarprogramm. Bürokratische Hürden beim Qualitätsmanagement für Biomasseanlagen möchte der Minister ebenso abbauen, wie er an einer Lösung der leidigen Almproblematik arbeitet.

Halt machte man dann in der Landwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof. Bei der Pressekonferenz in Graz, der größten Bauerngemeinde der Steiermark, wie Bürgermeister Siegfried Nagl klarstellte, erklärte Minister Rupprechter, dass ökologische Ziele und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen und das Programm zur ländlichen Entwicklung stark auf die Forcierung einer umweltgerechten und biologischen Landwirtschaft ausgerichtet sei. BB-Landesobmann Hans Seitinger ergänzte, dass es Ziel der Agrarpolitik sei, „die Versorgungssicherheit mit gesunden heimischen Lebensmitteln in hoher Qualität zu gewährleisten.

Über die Problematik Grundwasserschutz und Maiswurzelbohrer konnte sich Minister Rupprechter in der Südoststeiermark ein Bild machen. Von Kren- und Chili-Laugen gegen den Maiswurzelbohrer über Kohlegranulat zur Stickstoffbindung bis hin zur Maisspindel als Energielieferant wurden innovative Methoden am Hof der Familie Tschiggerl gezeigt. Als Tiroler Bergbauernsohn zeigte der Minister, dass er auch im Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen Erfahrung hat und machte eine „Spritztour“ über den Acker. Rupprechter sicherte Unterstützung in der Weiterentwicklung von alternativen Methoden zu. Danach fuhr man zum Hof der Familie Neuhold in St. Nikolai. Die Familie verschrieb sich der Direktvermarktung von Fleisch und Brot und ist mehrfach mit ihren Produkten als Landessieger ausgezeichnet. Minister Rupprechter zeigte sich von den fünf mobilen Fahrzeugen, mit denen zehn Angestellte auf Märkte fahren, beeindruckt.

Lebenswertes Österreich

In der prall gefüllten Steinhalle in Lannach präsentierte der Landwirtschaftsminister dann zum Abschluss sein Programm eines lebenswerten Österreichs. Ein klares Bekenntnis gab es zur produzierenden Landwirtschaft, die auch entsprechende Rahmenbedingungen braucht. „Kranke Pflanzen brauchen Medikamente“, zeigte sich der Minister überzeugt, dass Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln besser sind als Notfallverordnungen. Die Bauern produzieren Lebensmittel, Landschaft, Erholungsraum, Siedlungsraum und vor allem Lebensschutz und sind Garanten für ein lebenswertes Österreich.

 

Text: Franz Tonner

Fotos: Arthur

 

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