Ganz neue Wege für Abfall

Neue Recyclingziele der Europäischen Union werden zur großen Herausforderung. Die Steiermark ist dafür, so Landesrat Hans Seitinger, gut gerüstet.

Den Startschuss in ein neues Müll-Zeitalter gaben mit einer gemeinsamen Pressekonferenz der für die Abfallwirtschaft in der Steiermark verantwortliche LR Hans Seitinger, der Nachhaltigkeitskoordinator des Landes Steiermark, Hofrat Wilhelm Himmel und der Leiter des Lehrstuhles für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft an der Montanuniversität Leoben, Univ.-Prof. Roland Pomberger.

„Mit dem Produkt Müll muss noch viel Wertvolleres passieren.“
LR Hans Seitinger

Landesrat Hans Seitinger: „Mit dem Produkt Müll muss noch viel Wertvolleres passieren, als es einfach nur zu deponieren oder zu verbrennen. Dank Abfall können wir in der Steiermark eine zukunftsfähige regionale Wirtschaftskraft mit großer sozialer Beteiligung entfalten. Wir haben die fachliche Kompetenz und auch die erforderliche breite Motivation dazu. Seitinger nannte „Recycling über die gesamte Wertschöpfungskette unseren gesellschaftspolitischer Auftrag.“ Und er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den im Green Tech Cluster in der Steiermark, in der rund 20 Prozent der Partnerbetriebe im Bereich der Abfall- und Ressourcenwirtschaft tätig sind und erheblich zu den 4,42 Milliarden Euro Umsatz beitragen.

Roland Pomberger nannte die EU-Recyclingziele „eine große Herausforderung“, betonte aber, dass die Steiermark im Vergleich zu anderen Ländern „aus der Poleposition startet.“ Derzeit sei, so Plomberger, das europäische Abfallwirtschaftspaket in der Endverhandlung und es ist ziemlich sicher, dass neue „ambitionierte Ziele“ für Recycling festgesetzt werden. So sollen bis 2030 stattliche 65 Prozent des Siedlungsabfalls und 75 Prozent der Verpackungen recycled werden

Nicht nur das: Schätzungen gehen davon aus, dass zukünftig zwischen 35.000 und 56.000 Tonnen mehr Altstoffe pro Jahr gesammelt und verwertet werden müssen. Die zusätzlichen Mengen müssen durch bessere getrennte Sammlung, insbesondere aus dem Rest- und Sperrmüll aufgebracht werden.

Wilhelm Himmel schildert konkret, was da auf uns zukommt: „Die aktuellen Erfordernisse gehen in Richtung regionaler Abfallwirtschaftszentren, sogenannter ‚Ressourcenparks‘. Diese garantieren – im Gegensatz zu kleinen dezentralen Einheiten – hohe fachliche Kompetenz des Personals, bürgerfreundliche Öffnungszeiten und die Erfüllung größtmöglicher Sicherheitsstandards.“

Bezüglich der Sammelinfrastruktur hat das Land mit einer Studie der Technischen Universität (TU) in Graz die Grundlagen erstellt, an denen sich Abfallwirtschaftsverbände und Gemeinden künftig orientieren können. Dazu gehören eine breitere, sortenreine Sammlung verwertbarer Abfallfraktionen und bürgerfreundlichere Öffnungszeiten.

LR Seitinger zu all dem abschließend: „Ich bin mehr denn je der festen Überzeugung, dass eine Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst ist, einen Mehrwert für sich und die künftigen Generationen schafft.“

 

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