Den Lebensmitteln auf der Spur…

Was frisst die Kuh? Wie viele Eier legt die Henne am Tag?

Vier Stationen, viel Wissen und Erlebnis rund um das Thema Bauernhof und Lebensmittelherkunft konnten rund 650 Grazer Volksschulkinder im Zuge der Bauernhoferlebnistage 2017 in der land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof erleben. Fragen wie: „Wie kommt die Milch ins Supermarktregal oder wie wird aus dem Getreidekorn ein wohlschmeckendes Weckerl?“, wurden von pädagogisch ausgebildeten Bäuerinnen beantwortet.

Schule am Bauernhof kann in der ganzen Steiermark erlebt werden. Der früher selbstverständliche Kontakt zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung besteht nicht mehr beziehungsweise nur teilweise. Während früher der Bauernhof noch am Schulweg, in den Ferien oder über Verwandte selbstverständlich erlebt werden konnte, ist er heute zu einer fremden Welt geworden. Auch das Wissen über ökologische Zusammenhänge ist vielfach verloren gegangen. Bäuerliche Familien besitzen viel Wissen und Können, sie haben einen großen Erfahrungsschatz über Zusammenhänge und Naturkreisläufe im Leben von Pflanzen und Tieren, das sie an junge Menschen in leicht verständlicher und anschaulicher Form am Ort des Geschehens weiter geben können. In der Steiermark ermöglichen rund 90 pädagogisch geschulte Bäuerinnen und Bauern den Kindern und Jugendlichen unter der Marke „Schule am Bauernhof“ einmal im Leben selbst Butter, Joghurt, Käse oder Brot herzustellen und zeigen ihnen so den Weg der Nahrungsmittel von der Herstellung bis zum Supermarktregal. Außerdem werden die Tiere am Hof, der Obstbau, die Produktion von Honig oder die Verarbeitung von Schafwolle und vieles mehr präsentiert. Weitere Informationen auf www.schuleambauernhof.at

Bauernhoferlebnistage in Graz. Bereits zum elften Mal freuen sich sowohl die Projektkoordinatoren Ländliches Fortbildungsinstitut Steiermark und Landwirtschaftskammer Steiermark als auch die Fördergeber der Stadt Graz und des Landes Steiermark sowie die Kooperationspartner Land- und forstwirtschaftliche Fachschule Alt-Grottenhof und Bio Ernte Steiermark über den großen Ansturm bei den Bauernhoferlebnistagen. 650 Kinder aus den städtischen Grazer Volksschulen durften einen ganzen Tag lang in die Arbeits- und Erlebniswelt eines Bauernhofs eintauchen.

Vier Stationen an einem Tag. Bei den heurigen Projekttagen in Alt-Grottenhof konnten die Schülerinnen und Schüler in vier Stationen die Vielfalt und die Hintergründe der heimischen Landwirtschaft erleben. Zusätzlich zum Stationenbetrieb gab es ein Kreativspiel rund um das Thema Bauernhof. Die Siegerklassen jedes Tages gewinnen eine Vorstellung des Milchlehrpfades in ihrer Schule (Betreuung durch eine ausgebildete Seminarbäuerin).

Siegerklasse 4. Juli 2017: Volksschule Fischerau, Klasse 2b

Siegerklasse 5. Juli 2017: Volksschule Afritsch, Klasse 2a

Schwerpunkte der Stationen.

  • Kraftspender Brot: Die Kinder erfahren von Schule am Bauernhof-Bäuerinnen und -Bauern wie aus Getreide Brot entsteht und können selbst ihre Brotbackkünste unter Beweis stellen und danach das selbst gebackene Weckerl mit nach Hause nehmen.
  • Henne und Ei: Bei dieser Station lernen die Kinder die Familie des Huhnes kennen und erfahren, warum die Henne bis zu einem Ei pro Tag legt und wie man bei einem Hühnerei erkennen kann, ob es frisch ist.
  • Tiere am Bauernhof: Die Schülerinnen und Schüler der LFS Alt-Grottenhof zeigen den Kindern den Umgang mit Kühen und Kälbern. Weiters besteht die Möglichkeit, dass sie mithilfe der „Gummiliesl“ melken lernen.
  • Boden und Bodenleben: Der Erdapfel ist ein spezielles Gemüse, aber dass er nicht wie der normale Apfel auf einem Baum wächst, davon können sich die Kinder bei dieser Station selbst überzeugen. Denn es geht darum, so viele Erdäpfel wie möglich aus der Erde auszugraben und den Boden beim Barfuß-Parcours unter den Füßen zu spüren.

Gemeinderat Sissi Potzinger, Stadt Graz. „‚Woher kommt die Milch?‘ – ‚Wie wachsen Erdäpfel?‘ Für Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, gehören die Antworten zum selbstverständlichen Alltagswissen. ‚Stadtkindern‘ fehlt oft dieser Erfahrungsschatz. Deshalb unterstützt die Stadt Graz mit Herrn Bürgermeister Siegfried Nagl an der Spitze das großartige Projekt ‚Bauernhoferlebnistage‘ besonders gerne. Unsere Volksschulkinder dürfen hautnah erleben, wie gesunde Lebensmittel entstehen und sammeln persönliche Erfahrungen, die sie auch in ihre Familien hineintragen. Als Familiensprecherin und Vorsitzende des Bildungsausschusses im Grazer Gemeinderat bin ich besonders dankbar für diesen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung – auch in Bezug auf den respektvollen Umgang mit Nahrungsmitteln und die Wertschätzung von heimischen bäuerlichen Produkten. Die Kinder, die heute selbst Brot gebacken haben, werden in Zukunft wohl keines mehr wegwerfen! Ein herzliches ‚Vergelt´s Gott‘ an alle Verantwortlichen – ganz speziell an die Schule am Bauerhof-Bäuerinnen und -Bauern sowie an die Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof!“

Vizepräsidentin Maria Pein, Landwirtschaftskammer Steiermark. „Die Bauernhoferlebnistage sind ein wertvoller Beitrag, gerade den Kleinsten die Herkunft unserer Lebensmittel in praktischer Weise zu zeigen. Es ist bewiesen, dass alles, was wir einmal selbst erlebt haben, viel stärker und eindrucksvoller in unserem Bewusstsein bleibt als nur Gelesenes oder Gehörtes. Hier können die Kinder Erdäpfel ausgraben, Brot backen, sehen, wie Bauernhoftiere leben und können sie sogar angreifen und streicheln. Ein Erlebnis, das sie so schnell nicht vergessen werden und sehr wichtig, um unsere guten regionalen bäuerlichen Produkte wertschätzen zu lernen.“

Leonhard Madl, LFI Steiermark. „Als Obmann-Stellvertreter der Bildungseinrichtung LFI und aktiver Landwirt freue ich mich, dass es Projekte wie die Bauernhoferlebnistage gibt, da es mit lebendigem Lernen, Erfahren und Begreifen den Bezug zur Landwirtschaft herstellt.

Die Bauernhoferlebnistage 2017 finden nun schon zum elften Mal in Graz statt. Auch steiermarkweit gibt es ‚Schule am Bauernhof‘. Rund 90 Betriebe stellen ihre speziell auf die Zielgruppe abgestimmten Programme mit Herz und Seele vor und konnten bereits Tausende von Kindern und Jugendlichen davon überzeugen, dass die Kuh nicht lila ist und das Brot ursprünglich nicht im Supermarkt entstanden ist.“

 

Fotos: Fischer

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