Bananen-Leitfaden

Die weltweite Bananenproduktion ist von gewaltigem Pestizideinsatz geprägt. Das soll nun anders werden.

Die Banane gilt seit vielen Jahren als Bestseller auf dem internationalen Obstmarkt. Ganz knapp hinter dem Apfel rangiert sie auf Platz zwei der vitaminreichen Lieblinge der Österreicherinnen und Österreicher. Was viele Konsumenten aber nicht wissen: Während sie sich absolut darauf verlassen können, dass der heimische Apfel nach höchsten Qualitäts- und Umweltstandards hergestellt wird, sieht es bei den Bananen nicht so aus. Auf den großen Bananenplantagen ist die Situation so, dass der Pestizideinsatz durchschnittlich zehnmal so hoch ist, als in der Obstproduktion in unseren Breiten.

Bananen haben insgesamt immense Bedeutung. Sie sind – nach Getreide, Zucker, Kaffee und Kakao – die am häufigsten gehandelten landwirtschaftlichen Produkte der Welt. 20 Millionen Tonnen gehen jährlich in den Export, davon kommt zirka ein Drittel, mehr als sechs Millionen Tonnen, aus Ecuador. Dort widmet man sich nun intensiv den beiden wichtigsten Problemfeldern, dem enorm hohen Pestizideinsatz und den teilweise sehr schlechten Arbeitsbedingungen.

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Leitfaden

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO hat nun bewusst mit Ecuador gemeinsam einen Leitfaden für diverse Verbesserungen in der Bananenproduktion entwickelt. Er sieht unter anderem auch überfällige Richtlinien zum korrekten Umgang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln vor. Aber auch andere Standards, die bei uns selbstverständlich sind, wurden thematisiert: Es geht um Fragen der Arbeitssicherheit, Erste Hilfe für Notfälle und Hygienestandards, die internationalen Maßstäben entsprechen. Bemerkenswert ist auch, dass man sich mutig den brisanten Themen geschlechtsspezifische Gewalt in der Produktionskette und Vergehen gegen Menschenrechte stellt.

Nun soll diese Initiative in weiteren Ländern wirksam werden, die Bananen produzieren. Nicht zuletzt auch deshalb, um die Position im internationalen Wettbewerb zu stärken. Der Konkurrenzkampf könnte also in absehbarer Zeit noch schärfer werden.

Beitragsbild: fotolia.com

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