Zwei von drei Stimmen für den Bauernbund

von Karl Brodschneider

Der Steirische Bauernbund entscheidet die Landwirtschaftskammer-Wahl klar für sich und hat künftig in der Kammervollversammlung 28 von 39 Mandaten.

 

Die Erleichterung bei Präsident Andreas Steinegger war groß, nachdem Marc Huber von der Landeswahlbehörde das Ergebnis der Landwirtschaftskammerwahl verkündet hatte, das den Steirischen Bauernbund mit 67,27 Prozent klar auf Platz eins ausweist. „Der Bauernbund bleibt weiter der Taktgeber in der steirischen Landwirtschaftskammer“, betonte Steinegger und dankte allen 23.686 Wählerinnen und Wählern, die ihm und seinem Team das Vertrauen geschenkt hatten. „Zwei von drei Stimmen entfielen auf den Bauernbund. Wir sind damit gerüstet, um die Herausforderungen in der nächsten Zeit gut meistern zu können und gehen mit klarem Kurs und starker Stimme in die Zukunft“, sagte Steinegger. Gleichzeitig erinnerte er daran: „Wir haben die Wahl unter das Motto ‚Zukunft für die steirischen Bäuerinnen und Bauern‘ gestellt und uns damit klar vom Mitbewerb unterschieden.“

In der neuen Kammervollversammlung hält der Bauernbund 28 von insgesamt 39 Mandaten. Der Abstand zur zweitstärksten Fraktion ist mit 22 Mandaten sehr groß. Angesichts der politischen Großwetterlage und der in den Wahlkampf hineingeplatzten Diskussion rund um das Mercosur-Abkommen freute sich Bauernbund-Landesobfrau Simone Schmiedtbauer über das Ergebnis, „auch wenn das Minus weh tut“. Sie lobte das starke Auftreten von Andreas Steinegger und seinem Team, die den Wahlkampf mit viel frischem Schwung und großem Einsatz betrieben hatten. „Jede Wahl ist eine Vertrauenssache. Der Steirische Bauernbund hat von den Bäuerinnen und Bauern ein großes Vertrauen erhalten“, so Schmiedtbauer.

Nächstes starkes Signal

Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom war das Wahlergebnis das nächste starke Signal nach der Gemeinderatswahl 2025. „Entgegen aller Unkenrufe konnte der Bauernbund die Ernte für die beständige Arbeit der letzten Jahre einfahren und bleibt damit weiterhin klar der stärkste Vertreter bäuerlicher Anliegen“, betonte Khom. Und weiter: „Gerade jetzt braucht es eine starke Interessenvertretung, die verlässlich an der Seite der Bäuerinnen und Bauern steht, ihre Anliegen ernst nimmt und sich konsequent für faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft einsetzt.“

In einer ersten Stellungnahme bezeichneten Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Bauernbund-Direktorin Corinna Weisl und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig das klare Ergebnis als Votum der steirischen Bäuerinnen und Bauern für Stabilität, Verlässlichkeit und eine konsequente Interessenvertretung. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es klare Rahmenbedingungen, Transparenz am Markt und faire Wettbewerbsbedingungen mit gleichen Standards. Dieses Vertrauen ist Auftrag, dass sich der Bauernbund in der Steiermark weiterhin mit ganzer Kraft für diese zentralen Anliegen einsetzt“, so Strasser.

Sachliche Agrarpolitik

Totschnig sieht im Wahlergebnis ein klares Bekenntnis zu einer sachlichen, lösungsorientierten Agrarpolitik: „Es zeigt deutlich, dass die steirischen Bäuerinnen und Bauern auf Verlässlichkeit, Fachkompetenz und eine starke Interessenvertretung setzen. Der Bauernbund steht seit jeher für eine Landwirtschaft, die wirtschaftlich tragfähig ist und zugleich Verantwortung für Umwelt und Regionen übernimmt. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es eine klare Stimme für die Landwirtschaft und praxisnahe Lösungen statt ideologischer Debatten.“

Wahlbeteiligung

Bei der Landwirtschaftskammer-Wahl am vergangenen Sonntag waren zwei Stimmzettel auszufüllen – einer für die Landeskammer und einer für die Bezirkskammer. Wie die Landeswahlbehörde bei der Ergebnis-Bekanntgabe mitteilte, waren 119.933 Bauern, Bäuerinnen und Grundeigentümer, hauptberuflich mitbeschäftigte Familienangehörige ab 16 Jahren sowie die Übergeberinnen und Übergeber wahlberechtigt. Von ihnen übten 36.258 Personen ihr Wahlrecht tatsächlich aus. Das ergab eine Wahlbeteiligung von 30,23 Prozent, bei der letzten LK-Wahl vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung 30,26 Prozent.

LGF Preßler mit BB-Funktionären

VP-Landesgeschäftsführer Georg Preßler bespricht mit Kammerobmann Manfred Kohlfürst, LAbg. Johannes Wieser, Kammerobmann Florian Pretterhofer, LKR Markus Hillebrand und ÖKR Karl Obenaus das Wahlergebnis.

Bei der Wahl in die Landeskammer entfielen von den 35.211 gültigen Stimmen exakt 23.686 Stimmen (67,27 Prozent) auf den Steirischen Bauernbund (STBB). Die Freiheitliche Bauernschaft (FPÖ) landete mit 4969 Stimmen (14,11 Prozent) auf Platz zwei. Der Unabhängige Bauernverband (UBV) erhielt 3351 Stimmen (9,52 Prozent). Fast gleichauf lagen die Grünen Bäuerinnen und Bauern (GBB) mit 1652 Stimmen (4,69 Prozent) und SPÖ Bauern (SPÖ) mit 1553 Stimmen (4,41 Prozent). Die Mandatsverteilung in der Landeskammer ergibt 28 Mandate für den Steirischen Bauernbund, sechs Mandate für die FPÖ, drei Mandate für den UBV sowie je ein Mandat für die Grünen und die SPÖ.

die fünf Spitzenkandidaten

BB-Spitzenkandidat Andreas Steinegger bei der Wahlergebnis-Verkündigung mit den Vertretern des UBV, der FPÖ, der Grünen und der SPÖ.

In den Bezirkskammern sind aber nicht alle wahlwerbenden Gruppierungen vertreten. Die zwölf Bezirkskammer-Vertretungen setzen sich jeweils aus 15 Bezirkskammerräten zusammen. Die meisten Bezirkskammerräte stellt der Steirische Bauernbund in Leibnitz (13 Mandate). Je zwölf Bauernbund-Bezirkskammerräte gibt es nun in Bruck-Mürzzuschlag, Hartberg-Fürstenfeld, Murtal und Weiz. In den Bezirkskammern Deutschlandsberg, Murau, Südoststeiermark und Voitsberg hält der Steirische Bauernbund bei jeweils elf Mandaten, in den Bezirkskammern Graz und Umgebung, Leoben sowie Liezen sind es jeweils zehn Mandate.

 

[© NL]

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