Eine obersteirische Bäuerin bekommt die Auswirkungen der von Hunden übertragenen Neosporose dramatisch zu spüren. Die halbe Rinderherde ist infiziert. Vier Kühe haben im Juli verworfen.
Seit 36 Jahren führt Heidrun Ofner einen Milchviehbetrieb in Kraubath an der Mur, aber die vergangenen zwei Monate waren für sie schwer auszuhalten. Innerhalb eines Monats verwarfen gleich vier Milchkühe der Rasse Holstein. Der Betrieb ist Mitglied des Tiergesundheitsdienstes, weshalb eine Bestandesuntersuchung möglich wurde. Das Ergebnis war für die Bäuerin niederschmetternd. Die halbe Herde der Zuchtrinder ist mit dem gefährlichen, von Hunden stammenden Parasiten Neospora infiziert. „Vier trächtige Kühe haben bereits ihre Föten verworfen, bei weiteren vier Kühen wird ein Verwerfen befürchtet. Ein neugeborenes Kalb ist ebenso infiziert, bei einem weiteren ungeborenen Kalb ist mit einer Infektion zu rechnen“, sagte die betreuende Tierärztin Barbara Wolfger.
Enormer Schaden
Für Wolfger ist klar: Weil am Hof kein Hund gehalten wird, kam der Erreger über den Hundekot von Fremdtieren – entlang der Wiesen und Weiden führt ein Gemeindeweg, der täglich von zahlreichen Hundehaltern und ihren Vierbeinern begangen wird – ins Futter. Die mikroskopisch kleinen Parasiten überwinden die Plazentaschranke und können zu einer Infektion des Gehirns oder des Herzmuskels der Föten führen. Sind die Kühe einmal mit dem Erreger infiziert, kommt es immer wieder zum Verwerfen. Nachgewiesen positive Tiere müssen daher aus dem Bestand ausgeschieden werden. Für Heidrun Ofner ist jetzt schon ein Schaden von 35.000 bis 40.000 Euro entstanden.
Müll ist weitere Gefahrenquelle
Angesichts dieser schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für Rinder – auch Pferde, Schafe und Ziegen können betroffen sein – und des enormen wirtschaftlichen Schadens für die Landwirtschaft stellte Kammerobmann Richard Judmaier klar: „Das Gras der Wiesen und Weiden ist das wichtigste Futter für die Weidetiere und darf nicht durch Hundekot und Müll verunreinigt werden.“ Auch die von Bauern aufgestellten Tafeln „Hundekot und Müll im Futter gefährden unsere Tiere – Tierwohl braucht Mitverantwortung“ machen die Bevölkerung auf diese spezielle Problematik aufmerksam. Außerdem unterstützen das viele Gemeinden durch das Aufstellen von Sackerlspendern und Mistkübeln.