Vom Bauernhof in Großküche und Sterneküche

Das Bäuerliche Versorgungsnetzwerk Steiermark hält den Umsatz, schreibt ein ausgeglichenes Ergebnis und will regionale Absatzwege weiter ausbauen.

von NEUES LAND

Das Bäuerliche Versorgungsnetzwerk Steiermark eGen (BVN) blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz eines schwierigen Marktumfelds, großer Unsicherheiten und eines hohen Wettbewerbsdrucks konnte die Genossenschaft ihren Umsatz weitgehend halten und das Geschäftsjahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließen. Das wurde bei der Generalversammlung im Steiermarkhof in Graz berichtet.

Das Netzwerk zählt mittlerweile 45 Mitglieder. Insgesamt sind mehr als 100 bäuerliche Betriebe aus der Steiermark direkt oder indirekt eingebunden. Für Großküchen und Gemeinschaftsverpfleger stehen rund 650 Artikel zur Verfügung. Der Bio-Anteil des Sortiments beträgt 38 Prozent.

„Wir sind am Markt angekommen“, betonte BVN-Obmann Markus Hillebrand. Die Bekanntheit der Genossenschaft habe auch im Land durch gezielte Maßnahmen deutlich gesteigert werden können. Nun sollen weitere Geschäftsfelder erschlossen werden. Geplant sind unter anderem die Entwicklung eines Franchisekonzepts, kurze Lieferwege für Nahversorger und ein Pilotprojekt für die Schulversorgung.

Kritisch sieht Hillebrand weiterhin die öffentlichen Ausschreibungen. Bei der öffentlichen Hand auf Bundesebene bestehe „noch deutlicher Aufholbedarf“, um die rechtlich mögliche Regionalisierung der Beschaffung auch tatsächlich umzusetzen. Gezielte Ausschreibungen könnten hier bäuerlichen Betrieben bessere Chancen eröffnen.

Kundenkreis erweitert sich

Geschäftsführer Christian Nezmah zeigte sich mit dem Jahresergebnis ebenfalls zufrieden. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei das ausgeglichene Ergebnis „absolut zufriedenstellend“. Besonders positiv habe sich die Öffnung des BVN in Richtung Gastronomie entwickelt. Das Netzwerk werde inzwischen als „echter Player“ am Markt wahrgenommen.

Die Kundschaft reicht mittlerweile von Einrichtungen der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung bis zur steirischen Sterneküche. Unterstützung bei der Vermarktung und Nachvollziehbarkeit der Herkunft soll auch das selbst entwickelte Tool „Fairdy“ leisten. Damit kann der Weg eines Lebensmittels vom Feld bis zum Teller nachvollziehbar gemacht werden – ohne großen bürokratischen Aufwand und zu vergleichsweise geringen Kosten.

Für LK-Steiermark-Präsident und BVN-Aufsichtsrat Andreas Steinegger ist das Netzwerk zu einer wichtigen Drehscheibe für die bäuerliche Direktvermarktung geworden. „Das BVN leistet einen wertvollen Beitrag dazu, bäuerlichen Familienbetrieben verlässliche Absatzwege zu sichern“, erklärte Steinegger. Gleichzeitig wird damit der Anteil regionaler Lebensmittel in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gestärkt.

 

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