Zurzeit bin ich viel unterwegs, wo mich unzählige Gespräche rund um die aktuelle Dürresituation, die Dürrehilfen und die Indexberechnung der Hagelversicherung ereilen. Bei einigen Ackerbauern waren manche Erträge – beispielsweise beim Ölkürbis – stellenweise doch etwas besser als erhofft. Andere litten wiederum im Grünland stärker, als es die Versicherungsdaten hervorbrachten. Die Situationen sind gebietsweise extrem verschieden. Bei den gestiegenen Futtermittelkosten hat Präsident Steinegger im Zuge des Zentralviehmarktes in Gasen die Bauern gebeten, solidarisch zu agieren und angemessene, faire und leistbare Futtermittelpreise zu handeln.
Was doch einheitlich über die Bühne gehen wird, ist der Erlass in der Sozialversicherung für das vierte Quartal. Einigen war diese Maßnahme zu wenig. Viele zeigten sich jedoch in den Gesprächen dankbar, dass diese Erleichterung einfach und unbürokratisch geschieht. Anders sieht es in den Mitgliedsstaaten aus. Deutschland hat bis heute keine Einigung über Dürrehilfen zusammengebracht. Wohl auch, weil der Deutsche Bauernverband keine direkten, offiziellen Vertreter im Deutschen Bundestag hat. Frankreich hat lediglich 20 Millionen Euro für Sozialversicherungshilfen bereitgestellt (bei 450.000 Betrieben!). Wer zusätzliche nationale Hilfen haben möchte, muss sprichwörtlich die Hose herunterlassen, die Bilanz der letzten Jahre offenlegen und mindestens besonders starke, durchschnittliche Ertragsverluste bilanziell haben. Für vollpauschalierte Betriebe wie bei uns undenkbar.
Und hat Italien nun früher ausgezahlt, wie viele behauptet hätten? Meines Wissens bis dato nicht. Und wenn, dann wären es Gelder aus dem Vorjahr. Wir können uns glücklich schätzen, dass 75 Prozent der Fördergelder jedes Jahr pünktlich ankommen.