Landwirtschaftskammer mahnt vor „schwerem Rucksack“

Wollen freiheitliche Naturschutz-Landesräte eine viel größere Fläche renaturieren als vom Landwirtschaftsminister im Entwurf des österreichischen Wiederherstellungsplanes vorgesehen?

von NEUES LAND

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Vor zwei Jahren ist die europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur in Kraft getreten – damals möglich gemacht durch die im Alleingang erfolgte Zustimmung der grünen Umweltministerin Gewessler im EU-Umweltrat. Um die Fristen einzuhalten, musste Österreich jetzt den Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplanes an die Europäische Kommission übermitteln. Bis Mitte Oktober können dazu Stellungnahmen abgegeben werden.

Eine der ersten Wortmeldungen dazu galt aber nicht Minister Norbert Totschnig, sondern dem freiheitlichen Naturschutzlandesrat. LK-Präsident Andreas Steinegger und Carl Prinz von Croy, Obmann der Land&Forst Betriebe Steiermark, klärten auf: „Der freiheitliche Naturschutzlandesrat will, dass Bauern eine 3,5 Mal größere Fläche renaturieren als vom Landwirtschaftsminister vorgeschlagen. Das ist absurd und entbehrlich! Der freiheitliche Naturschutzlandesrat hängt damit den Bauern und Waldbewirtschaftern einen schweren Rucksack um.“

Und wer bezahlt?

Die Finanzierung der Renaturierungsmaßnahmen ist völlig offen. Weder Land, Bund noch die EU haben dafür entsprechende Budgetansätze. Präsident Steinegger und Obmann Croy betonen: „Die heimischen Bäuerinnen, Bauern und Waldbewirtschafter sind für den freiwilligen Naturschutz, dessen Zusatzkosten und Bewirtschaftungseinschränkungen auch entsprechend abgegolten werden müssen. Wer zusätzliche Renaturierung bestellt, muss sie auch bezahlen!“

Mit Verwunderung reagierte der Österreichische Bauernbund auf die widersprüchlichen Wortmeldungen der FPÖ zum österreichischen Wiederherstellungsplan. Während sich FPÖ-Vertreter auf Bundesebene als Kritiker der Renaturierung inszenieren, wollen die eigenen FPÖ-Naturschutz-Landesräte mehr Flächen als notwendig einmelden. „Anstatt unnötige Aussendungen zu produzieren, sollte sich die FPÖ lieber um ihre wildgewordenen Naturschutz-Landesräte kümmern. Wer mehr als notwendig einmelden will, handelt gegen die Interessen der Bäuerinnen und Bauern und gefährdet die landwirtschaftliche Bewirtschaftung“, sagte die Direktorin des Österreichischen Bauernbundes, Corinna Weisl.

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