Kapazitäten für neues Darmkrebs-Vorsorgeprojekt in Weiz geschaffen

Im Endoskopie-Institut in Weiz werden jetzt schon zahlreiche Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen. In Zukunft sollen es noch mehr werden. Dafür sorgt nicht nur das neue Ärztezentrum.

von Karl Brodschneider

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Österreich. Gleichzeitig gehört er zu jenen Erkrankungen, die durch konsequente Vorsorge vielfach verhindert oder in einem frühen Stadion erkannt werden können. Dennoch nehmen derzeit nur sieben bis zehn Prozent der Menschen über 45 Jahre eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch. Zum Vergleich: In Holland sind es über 80 Prozent. „Das muss deutlich mehr werden“, betont Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und freut sich über die Eröffnung des neuen Endos­kopie-Instituts in Weiz. Die Betreiber des Instituts sind Jörg Pavek, Viola Pavek-Thalhammer und der ehemalige ÖVP-Landtagsabgeordnete Andreas Kinsky, der vor vier Jahren selbst an Darmkrebs erkrankt ist.

Das neue Institut schafft zusätzliche Untersuchungsmöglichkeiten in der Region und stellt gleichzeitig die notwendigen Kapazitäten für die Teilnahme am Darmkrebs-Screening, einem neuen Vorsorgeprojekt der ÖGK, sicher. Ziel des Projekts – zwei weitere Zentren in Graz und im Mürztal werden folgen – ist es, die jährlichen Darmkrebs-Neuerkrankungen in der Steiermark deutlich zu verringern. „Damit wird nicht nur persönliches Leid verringert, sondern auch eine Kostenersparnis im Gesundheitssystem spürbar“, sagt Landesrat Kornhäusl. Die Vorsorge-Untersuchung erfolgt ambulant und schonend in Kurznarkose. Nach der Untersuchung muss man verpflichtend abgeholt werden, da ein Lenken eines Autos für 24 Stunden nicht möglich und erlaubt ist.

Einladungsschreiben

Das Projekt startet demnächst. In den nächsten Wochen werden, so Josef Harb, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses Steiermark, die Einladungsschreiben an Frauen und Männer ab 45 Jahren im Bezirk Weiz versandt werden. Zwei Möglichkeiten werden angeboten. Entweder man macht sich einen Termin für eine Darmspiegelung aus, oder man nimmt den daheim durchzuführenden FIT-Test auf verstecktes Blut im Stuhl in Anspruch. Medizinisch gesehen bietet die Koloskopie klare Vorteile, denn Krebsvorstufen können dabei entdeckt und auch gleich entfernt werden. Im Rahmen des dreijährigen Pilotprojekts in den Bezirken Weiz, Graz und Mürzzuschlag sollen insgesamt 6000 zusätzliche Darmspiegelungen durchgeführt werden – ergänzend zum bereits bestehenden Vorsorge-Angebot.

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