Bei der am Lässerhof in Stattegg stattgefundenen Premiere seiner neuen Veranstaltungsserie „Hofgespräche“ griff der Bezirksbauernbund Graz-Umgebung ein Thema auf, das vielen Land- und Forstwirten im Großraum Graz unter den Nägeln brennt. Das sind die Mountainbiker, die in den Wäldern herumkurven. Bauernbund-Bezirksobmann Johannes Wieser stellte eingangs klar: „Im Wald ist gesetzlich nur die Naturnutzung zu Fuß erlaubt. Das Radfahren ist verboten, außer der Eigentümer stimmt dem zu.“
Der steirische Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll beschrieb die Ist-Situation: „Wir erleben eine große Veränderung in der Gesellschaft. Die Menschen wollen sich bewegen, haben aber immer weniger Bezug zur Land- und Forstwirtschaft sowie zur Jagd.“ Landeskammerrat Gerald Löffler ist Bauer in Graz-Mariatrost. Fast schon resignierend zeigte er auf: „An manchen Wochenenden habe ich bis zu 300 Mountainbiker auf meinem Grund, obwohl das keine genehmigte Radstrecke ist.“ LK-Präsident Andreas Steinegger ergänzte: „Das große Problem ist, dass einige Hobbysportler keinen Respekt vor dem Eigentum haben. Grundbesitzer reagieren dann deshalb oft emotional, weil die Freizeitnutzer mit Unrecht Recht erzeugen wollen.“
Mountainbike-Strecken
Ein Ausweg aus dieser Konfliktsituation sind Radstrecken mit genehmigten Verträgen mit den Grundbesitzern. In der Steiermark gibt es derzeit 185 ausgewiesene MB-Routen mit einer Gesamtlänge von 4500 Kilometern. Davon sind 800 Kilometer reine Forststraßen. Dazu kommen 137 Mountainbike-Trails. Erst am vergangenen Wochenende wurde bei den Holzmeisterliften auf der Sommeralm eine derartige Strecke eröffnet. Zur Auswahl stehen hier fünf Angebote mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Um zu den Trails zu gelangen, die oben am Gipfel starten, werden die Radfahrer mit dem Schlepplift hinaufgezogen.
„Wir finden Lösungen“, betonte Pekoll. „Am wichtigsten ist aber das gemeinsame Gespräch. Nur so kann gezielt eine Besucherlenkung erfolgen.“ Wie dringend das gemeinsame Gespräch und konkrete Vereinbarungen sind, beweist die Tatsache, dass die Freizeitradler immer mehr werden. Zwischen 2016 und 2025 wurden in Österreich 1,6 Millionen E-Bikes verkauft. Etwa 20 Prozent der Sommertouristen kommen allein wegen des Radfahrens in die Steiermark.
2 Kommentare
Ich bin kein Waldbesitzer und kein Landwirt, aber ich bin Freizeitsportler.
Ich bin am Land aufgewachsen und lebe seit mittlerweile 60 Jahren dort und ich kann das sehr schätzen was unsere Bauen leisten, denn ohne unsere Bauen wäre vieles nicht so wie wir es gewohnt sind.
Aber wenn ich lese dass es über 4000 km MTB Stecken gibt und ich in meiner Nähe gerade einmal 1 fahren kann wird dass irgendwann auch mal langweilig.
Man spricht vom Klimawandel aber, aber man muss ins Auto steigen um zu einer offiziellen MTB Strecke zu kommen. Wenn ich Radfahrern möchte kann ich in meiner Gemeinde nur auf Forstwegen fahren, denn es gibt kleinen Radweg und es geht nur Bergauf, oder ich kann nur auf einer viel befahrenen Landstraße fahren.
Ein gutes Miteinander wäre wünschenswert wenn man auf einer Forststraße unterwegs ist. Natürlich sollte jeder MTB Fahrer auch die Arbeit unserer Land und Forstwirte respektieren und wenn wegen Arbeiten abgesperrt ist, auch mal umdrehen und sich nicht beschweren wieso man nicht einfach weiterfahren darf. In Oberösterreich bin ich bei den Bundesforsten auf eine Wegetafel gestoßen wo Wanderer und Radfahrer abgebildet waren und dabei stand „geimeinsam „. Es wäre schön wenn sich die Regierung von dem veralteten Forstgesetz verabschieden würde und die Freizeitsportler miteinbeziehen würde, denn die werden immer mehr.
So wie auch viele Land und Forstwirte auch mit dem MTB unterwegs sind.
Es wäre ein kleiner Anstoß um einige Grundbesitzer vielleicht umstimmen zu können und doch die eine oder andere Forstatraße zu freigeben.
Ich denke alle Freizeitsportler haben Respekt vor dem Eigentum der Land- und Forstwirte. Lediglich ist es schwer zu verstehen, warum man zu Fuß den Wald zu Erholungszwecken nutzen darf, nicht aber mit dem Mountainbike. Man macht bei sorgfältiger Wegnutzung und Rücksichtnahme auf die Natur und andere Nutzer weder mehr Lärm, noch mehr Schaden. Hier wird wohl noch viel Dialog notwendig sein, um hier gegenseitiges Verständnis zu fördern. Eine Änderung der Rechtslage des Forstgesetzes wäre hier sehr hilfreich.