Tiersegen am Bauernfeiertag

von NEUES LAND

Die Segnung von Haus- und Nutztieren zu Mariä Lichtmess in St. Ulrich im Greith hat Tradition. Auch heuer war der Kirchplatz wieder „tierisch voll“. Beitrag von Josef Fürbass.

 

Von wegen „Blauer Montag“: Nicht einmal der Beginn einer neuen Arbeitswoche konnte am 2. Februar (Mariä Lichtmess) Menschen aus nah und fern davon abhalten, an der traditionellen Haustiersegnung in St. Ulrich im Greith teilzunehmen. Henne Lotti, Schaf Sky, Pony Susi, Kalb Rose, die sibirische Huskyhündin Aiyana und wie sie sonst noch alle hießen – alle waren mitgekommen, um den feierlichen Segen in Form von Gebeten und geweihtem Wasser zu empfangen. „Einfach Spitze, dass ihr da seid!“ sangen die Kinder im Eröffnungslied. Dieser Feststellung konnte Pfarrer Markus Lehr beim Blick in die Menge nur staunend beipflichten: „Liebe Tierfreunde, schaut hin auf das Schöne, Großartige und Wunderbare in der Welt! Gott hat diese bunte und vielfältige Tierwelt geschaffen, über die man staunen kann.“

Pfarrer Lehr segnete auch Fische.

Wie alles begann

„Wir haben 2009 mit 20 Viecherln begonnen“, kramt Johann Lampl vulgo Hudner in Erinnerungen. Niemand hätte damals gedacht, dass die Veranstaltung einmal derart viel Zuspruch finden würde. In der Folge nahmen immer mehr Tierhalter aus dem Bezirk Deutschlandsberg und darüber hinaus daran teil. In St. Ulrich wimmelte es am Lichtmess-Tag nur so von Menschen und Tieren. Mitunter platzte der Kirchplatz förmlich aus allen Nähen. Das große Interesse ist bezeichnend für die Liebe der Menschen zu ihren Haustieren. Sie packen sie warm ein und bringen sie zur Segnung.

Auch dieses Huhn wurde gesegnet.

Wie vieles im Leben hat auch dieser Brauch eine Vorgeschichte. Alles nahm an einem Neujahrstag mit einem tierischen Ausflug seinen Lauf. Die Bewohner staunten nicht schlecht, als sie Johann Lampl mit Kalb, Johann Koinegg mit Ziege und Karl Malli mit Hund durch den Ort gehen sahen. Beflügelt von der Idee, dass die Tiere das neue Jahre mit einem Ausflug an der frischen Luft beginnen sollten. In Anlehnung an diesen etwas ungewöhnlichen Neujahrsspaziergang wurde 2009 die Haustiersegnung zu Mariä Lichtmess ins Leben gerufen. Heuer gibt es ein halbrundes Jubiläum zu feiern: In bereits 15. Auflage – während der Pandemie musste zweimal pausiert werden – verwandelte sich das Laubdorf am 2. Februar in Gottes bunten Tiergarten.

Lichtmesskrapfen

Nach der Haustiersegnung spendierte Bürgermeister Franz Silly jedem Kind einen Lichtmess-Krapfen. Für wärmende Getränke sorgt das Gasthaus Finsterl (Kirchenwirt), für eine gute Jause die Jägerschaft von St. Ulrich.

 

 

 

 

 

 

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