Stoffwechsel im Visier

Unbekannte Stoffwechselwege sichtbar zu machen, ist Ziel eines internationalen Forschungsprojekts. Im Visier: Oliven und Heidelbeeren.

von NEUES LAND

Mit BioTransform startet ein neues EU-finanziertes Forschungsprojekt, das die bislang weitgehend unbekannten Stoffwechselwege gesundheitsfördernder Nahrungsbestandteile im menschlichen Organismus untersucht. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sogenannte bioaktive Substanzen aus Lebensmitteln im Darm umgewandelt werden und welchen Einfluss ihre Abbauprodukte auf die Gesundheit haben. Die Medizinische Universität Graz ist als Projektpartnerin beteiligt.

Das von der Europäischen Union im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen geförderte Projekt BioTransform wird von Nina Hermans an der Universität Antwerpen koordiniert. Insgesamt arbeiten 16 Partnerinstitutionen aus acht Ländern zusammen – darunter die Med Uni Graz mit Sandra Holasek als Projektleiterin. Ziel ist es, zentrale Wissenslücken zum menschlichen Stoffwechsel zu schließen.

Projektleiterin Sandra Holasek von der Med Uni Graz.

Projektleiterin Sandra Holasek von der Med Uni Graz.
[© Med Uni Graz/Lunghammer]

„Viele Lebensmittel, besonders pflanzliche, enthalten bioaktive Verbindungen, deren Wirkung auf die Gesundheit wir nur teilweise verstehen“, erklärt Sandra Holasek, „mit BioTransform wollen wir nachvollziehen, was nach dem Verzehr im Körper passiert und welche Stoffe tatsächlich für die positiven Effekte bestimmter Ernährungsweisen verantwortlich sind.“

Der Ansatz von BioTransform beruht auf der Idee, dass nicht unbedingt nur die ursprünglichen Inhaltsstoffe eines Lebensmittels für die gesundheitsfördernden Wirkungen verantwortlich sind, sondern vielmehr deren Stoffwechselprodukte – also die Verbindungen, die durch den Abbau im Darmmikrobiom entstehen.

Dabei konzentrieren sich die Forschenden, zu denen auch elf Doktoranden gehören, auf bioaktive Verbindungen aus Olivenprodukten und Heidelbeeren. Beide gelten als besonders günstig für die Stoffwechselgesundheit. Doch welche Verbindungen genau für diese Effekte verantwortlich sind, ist bislang unklar.

Die Erkenntnisse sollen langfristig dazu beitragen, neue Ernährungsstrategien und therapeutische Ansätze zu entwickeln, die im Sinne der personalisierten Medizin auf dem individuellen Stoffwechsel und der Interaktion zwischen Ernährung, Mikrobiom und Gesundheit aufbauen.

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