Stimmungsvoller Landesbauerntag mit vielen starken Auftritten

von Karl Brodschneider

Die Präsentation der Bauernbund-Kandidaten für die LK-Wahl, die Ansprachen, das Bauernbund-Lied und die Ökonomieratsverleihung sorgten vor vollem Haus für einen starken Landesbauerntag.

 

Der Landesbauerntag des Steirischen Bauernbundes findet nur alle fünf Jahre statt und eröffnet immer den Intensivwahlkampf für die kommende Landwirtschaftskammerwahl. Vor fünf Jahren fand er wegen der Corona-Pandemie im virtuellen Raum statt, vor zehn Jahren wurde er in Hitzendorf abgehalten. Diesmal richtete der Bauernbund den Landesbauerntag erstmals in der Hügellandhalle in St. Margarethen an der Raab aus. 

Schon eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn ging es rund. Die Mitglieder der örtlichen Feuerwehr und der Bauernbund-Ortsgruppen St. Margarethen und Hofstätten hatten alle Hände voll zu tun, um die aus der ganzen Steiermark eintreffenden Autos und Busse einzuweisen und die ankommenden Bäuerinnen und Bauern mit Begrüßungsgetränken zu versorgen.

Viele Ehrengäste

Die große Hügellandhalle war bummvoll, als die Moderatorin Clara Ploder schwungvoll die Begrüßung vornahm. Die Ehrengäste-Liste war sehr lang: VP-Landesparteiobfrau Manuela Khom mit Landesgeschäftsführer Georg Preßler, Bauernbund-Präsident Georg Strasser mit Direktorin Corinna Weissl, Generalsekretär Johannes Abentung vom Landwirtschaftsministerium, die Nationalratsabgeordneten Christoph Stark, Andreas Kühberger und Ernst Gödl, die Landtagsabgeordneten Franz Fartek, Lukas Schnitzer, Theresia Heil und Johannes Wieser, die vormaligen Bauernbund-Landesobmänner Gerhard Wlodkowski und Franz Titschenbacher, ÖAAB-Landesobmann Günther Ruprecht, Seniorenbund-Landesobmann Ernest Schwindsackl, WK-Präsident Josef Herk, zahlreiche Kammerobmänner und Bezirksbäuerinnen, Jungbauern-Obmann David Tischler, Vizebürgermeister Anton Hirzer als Vertreter der Marktgemeinde St. Margarethen sowie zum Schluss Präsident Andreas Steinegger und Vizepräsidentin Maria Pein, die beiden Bauernbund-Spitzenkandidaten für die LK-Wahl.

Zwei Personen fehlten. Bauernbund-Landesobfrau Simone Schmiedtbauer musste sich einer Schulteroperation unterziehen, Bundesminister Norbert Totschnig war zu einer Sondersitzung der EU-Landwirtschaftsminister nach Brüssel gereist. Beide hatten aber für die über 500 anwesenden Bäuerinnen und Bauern Grußbotschaften vorbereitet.

Schmiedtbauer sprach vom neuen Schwung, der mit Spitzenkandidat Andreas Steinegger und Direktor Bernd Brodtrager spürbar sei. „Wir haben dem Bauernbund ein klareres und kantigeres Profil gegeben“, sagte Schmiedtbauer. Und weiter: „Die LK-Wahl entscheidet, ob bäuerliche Interessen auch in Hinkunft mit Gewicht vertreten werden können. Aber das funktioniert nur, wenn der Steirische Bauernbund weiterhin stark ist.“

Selfie mit dem Direktor

LH-Stellvertreterin Manuela Khom leitete ihr Grußwort unkonventionell ein. Sie bat BB-Direktor Bernd Brodtrager zu sich auf die Bühne und machte mit ihm zusammen ein Selfie mit den hunderten Besuchern im Hintergrund. Dieses Bild schickte sie dann sofort an die Agrarlandesrätin weiter und wünschte ihr baldige Genesung. Von der Stimmung in der Halle war sie begeistert: „Es ist ein gutes Gefühl zu spüren, dass der Bauernbund so stark ist!“ Dem BB-Spitzenkandidaten streute sie Rosen: „Andreas Steinegger ist einer, der die Dinge konkret anspricht und versucht, immer Lösungen zu finden.“

Dann klatschte sie zusammen mit Abg. z. NR Strasser den Bauernbund-Spitzenkandidaten ein. Steinegger fand sofort den Kontakt zu den Menschen im Saal. „Bei der LK-Wahl geht es um eine Richtungsentscheidung, ob wir die Landeskammer, die so wichtig für unsere Bäuerinnen und Bauern ist, weiterhin als Bauernbund so stark führen können wie bisher“, betonte er. Mehrmals band er einen typischen Begriff aus seiner obersteirischen Heimat, nämlich „enk“, in seine Rede ein: „Dazu brauche ich enk, denn die große Stärke des Bauernbundes kommt von den Mitgliedern und der Basis.“

Der Voitsberger Bäuerinnenchor brachte das Bauernbund-Lied zur Aufführung.

Unterstützung erhielt er auch vom Voitsberger Bäuerinnenchor. Dessen Leiterin Gudrun Preßler hatte mit ihren Sängerinnen ein eigenes Bauernbund-Lied einstudiert, das in St. Margarethen uraufgeführt wurde. Danach präsentierte Direktor Brodtrager die Bauernbund-Landes- und Bezirkskandidaten. Viele von ihnen waren nach St. Margarethen gekommen und stellten sich zusammen mit Andreas Steinegger und Maria Pein dem Auditorium vor.

Festakt außerhalb von Wien

Die sechs neuen steirischen Ökonomieräte mit ihren Frauen und den Ehrengästen.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Berufstitel „Ökonomierat“ an sechs Bauern. Normalerweise ist diese Zeremonie im Landwirtschaftsministerium oder im Palais Coburg in Wien. Diesmal fand sie erstmals im Rahmen des Landesbauerntages statt und war nicht nur für die Geehrten, sondern auch für die Hunderten Gäste ein besonderes Erlebnis. Anstatt des in Brüssel weilenden Bundesministers nahm dessen Generalsekretär Johannes Abentung die Verleihung des Berufstitels an sechs steirische Bauern vor.  

Zwei von ihnen kommen aus der Obersteiermark. Andreas Radlingmaier aus Aigen im Ennstal ist führender Funktionär in der Landgenossenschaft Ennstal und in der Raiffeisenbank. Anton Trettenbrein aus Spielberg erwarb sich als Maschinenring-Funktionär und in der Saatgutvermehrung große Verdienste.

Die weiteren Vier kommen aus der Ost- und Südoststeiermark. Siegfried Klobassa aus Bad Radkersburg war in der Bezirks- und Landeskammer sowie in der Kommunalpolitik tätig. Hubert Lang aus Pöllauberg hinterließ vor allem in der Regionalentwicklung, in der Gemeindearbeit sowie als Landtagsabgeordneter viele Spuren. Herbert Lebitsch aus Altenmarkt bei Fürstenfeld war langjähriger MR-Obmann und ist Kammerobmann sowie Landeskammerrat. Norbert Narnhofer aus Miesenbach bei Birkfeld ist Obmann der ARGE Steirische Bergbauern und Landeskammerrat.

Langenwanger Jodler

Dass dann der ganze Saal gemeinsam die Bundeshymne sang, war ein würdiger Abschluss der Ökonomierats-Verleihung, aber noch nicht der Schlusspunkt des Landesbauerntages. Diesen setzte der Bäuerinnenchor. Er überraschte den LK-Präsidenten und Bauernbund-Spitzenkandidaten Andreas Steinegger mit dem „Langenwanger Jodler“, und alle im Saal sangen und summten mit.

 

[© Arthur]

 

 

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