Steirischer Bergbauerntag in Gasen

von Karl Brodschneider

Beim Tag der steirischen Bergbauern wurde die wirtschaftliche Situation der Bergbauernhöfe dargestellt. Im Land gibt es 11.600 Bergbauernbetriebe.

 

In der Steiermark gibt es 11.600 Bergbauernbetriebe. Davon befinden sich 3300 Höfe in der Erschwerniszone I, 4100 in der Erschwerniszone II, 3000 in der Erschwerniszone III und 1200 in der Erschwerniszone IV (mit über 270 Erschwernispunkten). In der Gemeinde Gasen, wo kürzlich der Tag der steirischen Bergbauern stattfand, befinden sich alle Bauernhöfe in den beiden höchsten Erschwerniszonen und haben durchschnittlich 333 Erschwernispunkte.

Was das Einkommen betrifft, erzielten die Betriebe in den beiden niedrigeren Erschwerniszonen in einem Fünfjahresschnitt ein Einkommen von 38.000 beziehungsweise 35.000 Euro (die Sozialversicherungsbeiträge nicht abgezogen). Bei den Höfen in den Erschwerniszonen III und IV sind es nur mehr 27.000 beziehungsweise 26.000 Euro, wobei gerade hier die öffentlichen Gelder drei Viertel des Einkommens ausmachen. „Wenn da etwas passiert , wird es finster, dann würden die Betriebe nur mehr von der Substanz leben“, mahnte Fritz Stocker von der Landwirtschaftskammer.

EU-Agrarbudget

Norbert Lins in Gasen

Dank an Hauptreferenten MEP Norbert Lins aus Deutschland. Von links Anton Gissing, Andreas Steinegger, Norbert Lins, Simone Schmiedtbauer, Josef Wumbauer und Norbert Narnhofer.

Daher kommt der künftigen Ausgestaltung des EU-Landwirtschaftsbudgets 2028 bis 2034 eine besondere Bedeutung zu. Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag mit einer 20-prozentigen Kürzung wird daher völlig abgelehnt. Darin waren sich beim Bergbauerntag sowohl MEP Norbert Lins, der stellvertretende Vorsitzende EU-Agrarausschusses, als auch Landesrätin Simone Schmiedtbauer und LK-Präsident Andreas Steinegger einig. „Wir haben gedroht, mit den Verhandlungen erst gar nicht zu starten“, sagte Lins, „aber jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache.“ 

Einladung an EU-Agrarausschuss

Schmiedtbauer sprach an Lins und den EU-Agrarausschuss namens des Landes die Einladung zu einer Exkursion in die Steiermark aus, „damit die Abgeordneten vor Ort sehen, wie bei uns Land- und Forstwirtschaft betrieben wird“. Eines ist für Schmiedtbauer klar: „Mit jedem Betrieb, der zusperrt, verlieren wir nicht nur Arbeitsplätze und Biodiversität, sondern auch Investoren für die regionale Wirtschaft.“

LK-Präsident Steinegger betonte: „Die Berglandwirtschaft ist eine zentrale Säule der agrarischen Stärke in unserem Land. Das Um und Auf sind die Wege und eine gute Infrastruktur.“ 

 

[© NL]

 

 

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