Schutz vor dem Hantavirus

von NEUES LAND

Infizierte Mäuse stecken Menschen über Ausscheidungen an. Besonders im Frühling bei Reinigungsarbeiten ist Vorsicht angesagt.

Hantaviren kommen weltweit vor. Infektionen in Österreich treten vor allem in der Steiermark und im östlichen Kärnten auf. Der überwiegende Teil der Virusinfektionen verläuft unbemerkt, allerdings können auch leichte bis lebensbedrohliche Erkrankungen die Folge sein. Die Symptome sind grippeähnlich. Hierzulande werden im Schnitt rund 20 bis 25 Fälle jährlich diagnostiziert, allerdings gab es bereits Jahre mit mehr als 200 Fällen. Die Viren werden von Rötelmäusen, Brandmäusen und Wanderratten über getrocknete Ausscheidungen auf Menschen übertragen. Das passiert häufig beim Putzen von Garagen oder Gartenhäuschen und bei Arbeiten im Garten oder in der Landwirtschaft.

Forschungsprojekt

Eine internationale Forschungsgruppe um Robert Krause von der Medizinischen Universität Graz und Florian Krammer, Professor für Infektionsmedizin an der MedUni Wien, hat bei steirischen Erkrankten erforscht, dass diese nach einer durchgemachten Infektion eine lang anhaltende Immunität entwickeln. „Es ist natürlich sehr beruhigend zu sehen, dass sich nach der Infektion eine starke neutralisierende Antikörperantwort entwickelt, die wahrscheinlich gegen eine Reinfektion schützt“, fasst Stefan Hatzl, einer der beiden Erstautoren der Studie und Intensivmediziner an der Med Uni Graz, zusammen.

„Die breit neutralisierende Immunantwort, die wir beobachten konnten, könnte die Basis für Impfstoffe bilden, die gegen eine Vielzahl von weltweit vorkommenden Hantaviren schützen. Weiters könnten solche Antikörper auch als Therapie eingesetzt werden, an deren Entwicklung wir gerade sehr intensiv arbeiten“, blicken Krammer und Krause in die Zukunft.

Schutz vor dem Hantavirus

Um sich bestmöglich vor einer Infektion mit dem Hantavirus zu schützen, steht die Bekämpfung von Mäusen innerhalb und außerhalb der Wohnumgebung an erster Stelle. Ordnung und Sauberkeit sind dafür essenziell, Lebensmittel und Abfälle müssen in dicht verschließbaren Behältern aufbewahrt werden, mögliche Eintrittsstellen in Häuser abgedichtet sein. Vorsichtsmaßnahmen sollten das ganze Jahr über getroffen werden. Besonders wichtig sind sie allerdings in den Frühlingsmonaten, wenn Räume gereinigt werden, die während der kalten Jahreszeit unbewohnt waren und Mäuse darin Schutz gesucht haben.

[© Arturoo – stock.adobe.com]

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