Österreich braucht den Schweinefleisch-Export in die EU und Drittstaaten. Das „Fünfte Viertel“ geht vor allem nach Asien und ist für den gesamten Schweinefleischpreis sehr wichtig.
Auch wenn die die derzeitige Marktsituation mit einem Basispreis von 1,39 Euro viele Schweinebauern bedrückt, war der Kompetenztag Schwein in Hatzendorf sehr gut besucht. Zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung der Styriabrid, der Landeskammer und der Fachschule Hatzendorf konnte Styriabrid-Obmann Josef Kaiser auch LK-Präsident Andreas Steinegger und LAK-Präsident Edi Zentner begrüßen. In Vertretung von Landesrätin Simone Schmiedtbauer referierte BB-Direktor Bernd Brodtrager und rief zum Zusammenhalten und Nicht-Auseinander-Dividieren-Lassen auf.
AMA-Kontrollen
Christina Mutenthaler-Sipek von der AMA informierte, dass in Österreich 50.000 Bauern beim AMA-Gütesiegel-Programm mitmachen. Davon sind 1500 Schweinebauern. 530 von ihnen sind in der Steiermark daheim. Alle 20 Minuten findet in Österreich eine AMA-Gütesiegel-Kontrolle statt. Im Vorjahr waren das insgesamt 26.500 Überprüfungen. In 80 Fällen kam es zum Entzug der Lieferberechtigung.
2025 wurde die Systematik bei den Kontrollen adaptiert. Es gibt nun einen Drei-Jahres-Zyklus. Einer umfassenden Routine-Kontrolle folgen zwei Spot-Kontrollen. Diese sind deutlich kürzer und können angekündigt oder unangekündigt sein.
Ausblicke auf die weltweite Schweinemarkt-Entwicklung gab Alois Strohmeier von der Steirerfleisch, die mit ihren 840 Mitarbeitern zum größten AMA-Gütesiegel-Schlacht- und Zerlegebetrieb in Österreich zählt. „Unser wichtigster Markt bleibt der Heimmarkt“, betonte Strohmeier, „aber für die ganzheitliche Vermarktung von Schweinefleisch ist der Export unverzichtbar. 30 Prozent des Schweines sind in der EU nicht verkaufbar. Dieses sogenannte Fünfte Viertel ist aber in Asien stark nachgefragt. Erst das sichert unser Einkommen!“
Österreichs Tierwohlstrategie – eine Million Tierwohl-Schweine bis 2030 – sichert, so Strohmeier, zwar nicht das Überleben der Branche, ist aber für das Gesamt-Image enorm wichtig. Er gab auch zu bedenken, dass die Schweinebranche in den Bereichen Kommunikation und Marketing viel mehr investieren müsse. „Wir brauchen dringend Leitprodukte, die man mit österreichischem Schweinefleisch verbindet“, so Strohmeier.
Hoffnungsmärkte

Vietnam, Südkorea, Kanada sowie die latein- und südamerikanischen Staaten gelten in der Schweinebranche als Hoffnungsmärkte für den Export.
Die globale Schweinefleisch-Nachfrage wird in den nächsten zehn Jahren stark zunehmen. Vor allem Südkorea, Vietnam, Kanada sowie die latein- und südamerikanischen Staaten sind große Hoffnungsmärkte. Derzeit sind Maxiko und Japan die zwei größten Schweinefleisch-Importeure. Aber durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Spanien hat Japan seine Grenzen für spanisches Schweinefleisch geschlossen. Daher fluten die Iberer derzeit den europäischen Markt mit ihrem Schweinefleisch, was zum Preisverfall beiträgt. „Allerdings rechne ich damit, dass der Schweinepreis in den nächsten Wochen wieder steigen wird“, endete Strohmeier mit einem optimistischen Ausblick.
[© Styriabrid, agrarfoto.com]