Rasche Maßnahmen sind gefragt, keine Utopien

In seiner Glosse „Aufgegabelt“ nimmt Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager zu aktuellen Themen Stellung.

von Bernd Brodtrager

Die Situation in der Land- und Forstwirtschaft wird immer prekärer: Austrocknung der Grünlandflächen, Totalausfälle bei Mais, Soja und anderen Kulturen in vielen Regionen unserer Steiermark, Wasserknappheit durch das Versiegen von sonst wasserreichen Quellen für Haus und Vieh. Bei mir zuhause meldet die Dürreindexversicherung einen Schaden an den Kulturen von bereits 89 Prozent. Das ist eine Situation, die wir so nicht einmal im Dürrejahr 2013 kannten.

Aktuell ist unser Büro in ständigem Kontakt mit Wien, um über die aktuelle Lage zu berichten und Maßnahmen aus der Bundeshauptstadt in Gang zu bringen. Der Austausch mit den agrarischen Verbänden, der Hagelversicherung und hilfesuchenden Mitgliedern lassen die Telefone heiß laufen.

Wir versuchen, mit schnellen Maßnahmen zu helfen. Gemeinsam mit dem Maschinenring und der Landwirtschaftskammer bringen wir die Futtermitteloffensive in der Steiermark voran, wo Landwirte bei ihrem örtlichen Maschinenring Maisfelder zum Silieren oder Rinderbauern ihre Futternotwendigkeiten einmelden können. Zudem gibt es nun Empfehlungen der Landwirtschaftskammer, geeignete Futtermischungen am Acker (ÖPUL-Tauglichkeit ist betriebsbezogen zu prüfen) für eine weitere Nutzung anzubauen und vertraglich mit Grünlandbauern über den Maschinenring abzusichern, sofern natürlich der notwendige Regen für den Aufgang kommt.

Anstatt nur auf Gelder aus Wien oder Brüssel zu warten, arbeiten wir mit unseren Mitarbeitern auf Hochtouren, um erste Hilfsmaßnahmen für unsere Familienbetriebe schnellstmöglich über eine verbändeübergreifende Koordinierung in Umsetzung zu bringen. Es braucht jedoch ein Maßnahmenpaket für vergünstigte Betriebsmittelkredite und Hilfen aus dem Katastrophenfonds.

Utopische 300 Euro pro Kuh (rund 90 Millionen Euro für die Steiermark) zu fordern oder Sockelbeträge von 30.000 Euro pro Betrieb sind unleistbare Utopien und lassen krisengebeutelte Branchen wie den Schweinesektor unbeachtet. Sobald eine Entspannung der Situation eintritt, müssen die Köpfe zusammengesteckt und Maßnahmen aus den jetzigen Erfahrungen in Angriff genommen werden. Auch hier bleiben wir dran.

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