Pollenstress zur Weihnachtszeit

von NEUES LAND

Die Purpur-Erle belastet Allergiker bereits im Dezember. Die enge botanische Verwandtschaft zu Birke und Hasel kann Kreuzreaktionen auslösen.

Für manche Allergikerinnen und Allergiker beginnt statt winterlicher Ruhe bereits jetzt eine Zeit unerwarteter Belastung: Der Pollenflug der Purpur-Erle sorgt in der Weihnachtszeit für juckende Augen, Niesreiz und Atembeschwerden. „Ihre Winterresistenz, hohe Salzverträglichkeit und Anpassungsfähigkeit an schlechte Luftverhältnisse macht die Purpur-Erle für viele Stadtentwickler attraktiv. Gleichzeitig behalten ihre charakteristischen Kätzchen auch im Winter eine gewisse optische Eleganz“, sagt Markus Berger, Leiter des Österreichischen Polleninformationsdienstes.

Kreuzreaktionen

Durch die enge botanische Verwandtschaft zu Birke und Hasel kann die Purpur-Erle Kreuzreaktionen auslösen. Das bedeutet: Wer auf Birken-, Hasel- oder Erlenpollen allergisch ist, reagiert oftmals auch auf den Pollen der Purpur-Erle. Dazu kommt, dass Birkenpollenallergiker häufig auch sensibel auf Nüsse wie Mandel, Hasel-, Wal- oder Erdnüsse mit Juckreiz, Brennen oder Kribbeln im Mundbereich und an den Lippen reagieren. Die gute Nachricht: Sind die Nüsse geröstet oder gebacken, werden sie in der Regel vertragen.

„Die Beschwerden im Dezember haben in den letzten 15 Jahren laut Auswertungen unseres Pollentagebuches deutlich zugenommen“, so Berger. „Dies liegt sowohl am Klimawandel als auch am mangelnden Wissen über die Allergenität der Purpur-Erle, was ihre verstärkte Anpflanzung begünstigt hat. Wir sehen generell einen Trend zu höherer Pollenproduktion bei Frühblühern. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zwischen dem Pollen aller Erlen-Arten, kann der genaue Anteil der Purpur-Erle an der Gesamtmenge des Erlenpollens in der Umgebungsluft nicht ermittelt werden.“

Forschungsprojekt

Am Beispiel der Purpur-Erle zeigt sich, dass es bei der Gestaltung von Grünflächen nicht nur um Pflanzen geht, die gut mit den vorherrschenden Bedingungen zurechtkommen, sondern dass auch das Allergiepotenzial berücksichtigt werden sollte, so die Experten.

Hier setzt das EU-Projekt PollenCare an, das Anfang Dezember seine Arbeit aufgenommen hat. „Ziel des außeruniversitären Forschungsprojekts ist es, die gesundheitliche Belastung durch Pollenallergien in der österreichisch-ungarischen Grenzregion zu verringern“, erklärt der österreichische Projektleiter Uwe E. Berger.

[© Dr. Johannes M. Bouchal]

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