Bei einem außergewöhnlichen Rettungseinsatz im Ennstal retteten Landwirt, Tierärzte, Bergrettung und Hubschrauberbesatzung einem neun Monate alten Ochsen das Leben.
Ein neun Monate alter Ochse war auf rund 2000 Metern Seehöhe am Kufstein in der Gemeinde Haus im Ennstal in eine Doline zwischen zwei großen Felsen gestürzt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Amtstierärztin Simone Hambauer wurde darauf von der Landeswarnzentrale Steiermark über den Vorfall informiert. Während der restliche Teil der Herde vom Landwirt ohne weitere Hilfe sicher in das Weidegebiet zurückgetrieben werden konnte, blieb der junge Ochse verletzt und geschwächt in seiner misslichen Lage zurück.
Steiles alpines Gelände
Da der Einsatzort ausschließlich über einen rund 45-minütigen Fußmarsch durch steiles alpines Gelände erreichbar war, stiegen der betreuende Tierarzt, der Landwirt sowie später auch die Einsatzkräfte der Bergrettung zum Tier auf. Der Tierarzt versorgte den Ochsen unmittelbar mit Infusionen und medizinischer Notfallversorgung. Gleichzeitig brachte der Landwirt mehr als 20 Liter Wasser sowie Kraft- und Zusatzfutter zum Tier und trug dafür über 30 Kilogramm Material bis zum Gipfel.
Nach Rücksprache mit der Veterinärdirektion des Landes Steiermark wurde aus Gründen des Tierschutzes rasch eine Hubschrauberbergung veranlasst. Ziel war es, das geschwächte Tier so schnell wie möglich in tierärztliche Weiterbehandlung zu bringen.
Bergretter mit Spezialausrüstung
An der Rettungsaktion beteiligten sich neben dem auf Tierbergungen spezialisierten Unternehmen Heli Austria auch fünf Einsatzkräfte der Bergrettung Haus. Die Bergretter stiegen mit Spezialausrüstung und einer Bergungswinde zum Einsatzort auf und unterstützten die Rettung sowohl bei der Sicherung des Geländes als auch bei der Vorbereitung des Hubschraubereinsatzes. Die Amtstierärztin begleitete das Bergungsteam. Die Einsatzkräfte stiegen mit dem Bergenetz einige Höhenmeter zum Tier ab und legten den Ochsen mit großer Sorgfalt und viel Erfahrung in das Netz. Anschließend wurde das Tier sicher per Hubschrauber ins Tal geflogen.
Dort angekommen zeigte sich rasch der Erfolg der Rettungsaktion: Kaum auf der Wiese abgesetzt, begann der junge Ochse sofort das bereitgestellte Futter zu fressen. Der gesamte Hubschraubereinsatz – von der Aufnahme der Amtstierärztin bis zu ihrer Rückkehr ins Tal – dauerte weniger als 45 Minuten.
Dankeschön von Landesrätin
Im Anschluss wurde der Ochse erneut tierärztlich untersucht und weiter behandelt. Nach Einschätzung der Tierärzte steht einer vollständigen Genesung nichts mehr im Wege. „Ich danke allen Einsatzkräften und den Amtstierärztinnen und Amtstierärzten für die rasche und professionelle Intervention. Einsätze wie dieser zeigen, dass wir unsere Nutztiere und damit die gesamte Alm- und Weidewirtschaft wo wir können unterstützten“, betont die zuständige Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer.
