Obmänner am Wort: Sepp Wumbauer

von Karlheinz Lind

Als Weizer Bauernbund-Bezirksobmann kämpft Sepp Wumbauer für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern. Auch die Almwirtschaft liegt ihm sehr am Herzen.

Die heurig Ernte ist eingefahren. Wie waren Sie und ihre Berufskollegen mit dem Agrarjahr 2025 zufrieden?

Sepp Wumbauer: Beim Bezirk Weiz reden wir immer von der gesamten Steiermark – aber im Kleinen. Insgesamt war die Ernte 2025 sehr gut und große Schadereignisse sind glücklicherweise ausgeblieben. Einzig der strenge Frost am 2. Oktober hat bei den Käferbohnen auf Mais große Schäden angerichtet. Im Grünland gab es einen Vollertrag und auch bei den Ackerkulturen konnten wir durchwegs gute Erträge einfahren. Ich hoffe, dass wir unsere Äpfel zu guten Preisen vermarkten können. Insgesamt haben wir das Problem, dass die Erzeugerpreise nicht mit den gestiegenen Produktionskosten mithalten können.

 

Den Bezirk Weiz kann man aus agrarischer Sicht als sehr vielfältig beschreiben. Worauf sind Sie in ihrem Bezirk besonders stolz?

Stolz können wir sein, wenn es uns gelingt, dass die Betriebe – egal ob groß oder klein – weitergeführt werden. Und dazu brauchen wir eine gute Beratung. Sorgen mache ich mir um die Grünlandbetriebe im Norden unseres Bezirkes. Wird hier die Bewirtschaftung aufgegeben, verändert sich das Landschaftsbild. Und das wäre für den Tourismus verheerend. Deshalb fordere ich auch entsprechende Förderprogramme, um die Landschaft offenhalten zu können.

Viele Diskussionen

Wo sehen Sie als BB-Bezirksobmann derzeit die größten Herausforderungen? Worüber wird am meisten diskutiert?

Da ist die Themenpalette sehr groß und reicht von der Bürokratie über die Renaturierung bis hin zur geplanten Entwaldungsverordnung. Auch das Thema Pflanzenschutz wird oft diskutiert. Wir verlieren jedes Jahr wichtige Wirkstoffe und somit können gewisse Kulturarten wie etwa Zuckerrüben oder Raps fast nicht mehr angebaut werden. Probleme gibt es somit auch im Obstbau. Ebenso steht die Stärkung der Almwirtschaft oft im Raum. Vor großen Herausforderungen stehen zudem unsere gut 500 Milchviehbetriebe im Bezirk. Durch Überproduktion sind die Preise gesunken. Hinter jeden Preis steht auch ein Markt. Wenn man diesen Markt nicht beeinflussen kann und die Kosten steigen, muss man eben an anderen Schrauben drehen – wie zum Beispiel bei der Auslastung der Eigenmechanisierung.

 

Als BB-Bezirksobmann und Kammerobmann von Weiz werden Sie ja oft mit verschiedensten Anliegen von Bäuerinnen und Bauern konfrontiert. Wie gehen Sie damit um und hat man immer die passende Lösung parat?

Es ist unerlässlich, dass jeder Verwaltungsbezirk einen Kammerverantwortlichen hat. Zuständige Berater und Funktionäre haben eine sehr wichtige Vermittlerrolle gegenüber Behörden und Ämter. Hier braucht es Profis, die sich in der Landwirtschaft auskennen und die Interessen der Bauern bestmöglich vertreten.

 

Der Schutz des Eigentums ist eine Kernaufgabe des Bauernbundes. Wie wichtig ist es in der heutigen Zeit, eine starke Bauernvertretung zu haben?

Es gibt viele Dinge, die unmittelbar mit Grund und Boden zu tun haben. Aus meiner Erfahrung wird das immer mehr. Als Beispiel wäre hier die Ausfahrt von landwirtschaftlichen Flächen auf öffentliche Straßen zu nennen. Da vertreten wir sehr oft die Sichtweise des Langsamverkehr-Teilnehmers.

 

Wo sehen Sie die Stärken der BB-Ortsgruppen?

Wir haben eine Fülle an Veranstaltungen wie zum Beispiel das Rindfleischfest, das ohne den Zusammenhalt vieler BB-Ortsgruppen nicht möglich wäre. Grundsätzlich gestalten Bäuerinnen und Bauern auf Ortsebenen sehr oft wirkungsvoll mit.

 

Sie werden bei der Landwirtschaftskammerwahl im Jänner auf Bezirksebene die Kandidatenliste des Steirischen Bauernbundes anführen. Steht das neue Team schon?

Unser Team steht, darauf bin ich sehr stolz. Wir haben Bäuerinnen und Bauern aus allen Regionen des Bezirkes sowie aus allen Sparten. Auch die Verteilung zwischen jung und alt ist gut.

Zur Person

  • Sepp Wumbauer (56)
  • Riegl 63, 8171 St. Kathrein am Offenegg
  • Verheiratet, zwei Kinder
  • Landwirtschaftlicher Meister
  • Grünlandbetrieb mit Mutterkuhhaltung und Almoproduktion sowie Mutterschafe (Weizer Berglamm), Forstwirtschaft, Biomasse Nahwärme St. Kathrein am Offenegg
  • Bauerbund-Bezirksobmann und Kammerobmann von Weiz, Maschinenring-Landesobmann
  • E-Mail: josef.wumbauer@lk-stmk.at

 

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