Der neue Murauer Bauernbund-Bezirksobmann Martin Siebenhofer verfügt über viele unterschiedliche Erfahrungen als bäuerlicher Funktionär.
NEUES LAND: Sie sind neuer BB-Bezirksobmann von Murau. Ist Ihnen die Mitarbeit in der Öffentlichkeit schon immer ein persönliches Anliegen gewesen?
Martin Siebenhofer: Es ist uns schon von den Eltern und Großeltern mitgegeben worden, dass man auch mithelfen soll, die Region, den Bauernstand und die Dorfgemeinschaft zu unterstützen. Das bedeutet, dass man Zeit dafür aufbringen und sich selbst einbringen muss. Wir dürfen uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen auch selbst aktiv werden.
Bezirkskammer in Murau
Was war für Sie als Kammerfunktionär im Rückblick auf die nun zu Ende gehende Periode besonders wichtig?
Wir haben da einiges erreicht. Im ersten Entwurf der Kammerstrukturreform war ja beabsichtigt, unsere Bezirkskammer aufzulösen und mit Murtal zu verschmelzen. Wir haben gekämpft, dass wir den Kammer-Standort Murau erhalten und sind sehr froh, dass uns das gelungen ist. Unsere Mitarbeiter sind top, das zeigt auch die Kundenzufriedenheitsanalyse.
Nach der Kammerwahl werden Sie Martin Hebenstreit als Kammerobmann nachfolgen. Beginnt für Sie damit ein neues Kapitel?
Ich bin schon seit vielen Jahren Bezirkskammerrat und seit über zwei Perioden stellvertretender Kammerobmann. Daher ist mir meine künftige Arbeit bekannt. Die Zusammenarbeit mit Martin Hebenstreit hat immer perfekt funktioniert. Wir waren ein gutes Team!
Wie ist es Ihnen bei der Erstellung der Kandidatenliste für die Kammerwahl ergangen?
Wir haben bei der Erstellung der Kandidatenliste und auch schon bei der Zusammensetzung des Bauernbund-Bezirksvorstandes unseren großen Bezirk Murau gut abgebildet. Alle Regionen und Produktionsausrichtungen in der Landwirtschaft sind gut vertreten.
In der Bezirkskammer hat der Bauernbund derzeit elf von fünfzehn Mandaten? Ist es das Ziel, dieses Ergebnis zu halten?
Absolut! Ich bin da sehr optimistisch. Ich habe ein tolles Team. Es ist auch gelungen, dass wir die Bäuerinnen gut vorkommen lassen und ich konnte junge Bäuerinnen zur Mitarbeit gewinnen.
Zentrale Aufgaben
Was ist Ihnen als künftiger Kammerobmann wichtig?
Die zentrale Aufgabe einer Bezirkskammer ist das Netzwerken vor Ort. Man muss präsent sein und auch mitgestalten. Es ist mir ein Anliegen, dass die Betriebe bestmöglich in der Bildung, Information, Beratung und Interessensvertretung unterstützt werden.
Sie sind auch Funktionär im Maschinenring. Seit wann?
Ich wurde 2002 Obmann des Maschinenrings Murau West. Seit 2003 bin ich Obmann des Obersteirischen MR, der aus den Maschinenringen Murau West, Oberes Murtal und Pölstal hervorgegangen ist und über 1300 Mitglieder hat. Die Fusion erfolgte auch mit dem Ziel eines effizienten Büros und einer effizienten Verwaltung. Das hat sich sehr gut etabliert. Auch wenn einige Betriebe aufhörten, konnten wir den Mitgliederstand sogar ausbauen.
Schützengarde
Wie wichtig ist im Bezirk Murau das Vereinswesen? Sie selbst sind ja Obmann der Schützengarde Krakauebene.
Ob Feuerwehr, Musik, Schützengarde, Sportvereine und andere mehr – für mich ist das Engagement der Leute bewundernswert. Für das Funktionieren einer Gemeinde sind gute Vereine essentiell. Wenn da nichts mehr passiert, stellt man sich unweigerlich die Frage, welchen Antrieb man dann noch hat, dass man überhaupt da bleibt.
Welche Bedeutung hat für Sie die Jagd?
Ich bin derzeit Obmann der Gemeindejagd. Für mich ist es wichtig, dass Grundbesitzer und Jäger Verständnis füreinander haben. Daher ist es gut, wenn möglichst viele Grundbesitzer auch Jäger sind, denn dann hat man direkten Einfluss, wenn es zu Problemen kommt beziehungsweise man kann so mögliche Probleme erst gar nicht entstehen lassen.
Weihnachten steht vor der Tür. Ist das für Sie ein Zeit zum Innehalten?
Ziel ist es natürlich, dass man vom Gas steigt. In der Praxis schaut es leider oft anders aus. Der Wunsch ist da, aber es gelingt halt nicht immer.
Zur Person
Martin Siebenhofer (53) wohnt in 8854 Krakauhintermühlen 70. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern sowie Land- und Forstwirtschaftsmeister. Die betrieblichen Standbeine sind die Rinderzucht, Milchwirtschaft, Forstwirtschaft und die eigene Alm. Martin Siebenhofer ist Bauernbund-Bezirksobmann, Kammerobmann-Stellvertreter, Obmann des Obersteirischen MR und Aufsichtsrat der MR Service GmbH. Kontakt: siebenhofer.m@aon.at
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