Obmänner am Wort: Markus Kollmann

Als frisch gewählter Bauernbund-Bezirksobmann von Voitsberg hat Markus Kollmann viel vor. Besonders wichtig ist ihm die Öffentlichkeitsarbeit.

von Karlheinz Lind

Die heurig Ernte ist eingefahren. Wie waren Sie beziehungsweise Ihre Berufskollegen mit dem Agrarjahr 2025 zufrieden?

Heuer können wir auf ein durchschnittlich gutes Bauernjahr zurückblicken. Es gab relativ gute Erträge, die Trockenschäden haben sich bei uns im Bezirk im Rahmen gehalten. Auch bei den Erzeugerpreisen gab es erfreuliche Entwicklungen, wie etwa bei Rindfleisch.

Den Bezirk Voitsberg kann man aus agrarischer Sicht als sehr vielfältig beschreiben. Worauf sind Sie in ihrem Bezirk besonders stolz?

Die Vielfalt kann sich in unserem Bezirk wirklich sehen lassen. Sie reicht von der intensiven Forstwirtschaft im Norden über zahlreiche Milch- und Mutterkuhbetriebe bis hin zum intensiven Ackerbau. Auch der Weinbau hat sich bei uns sehr gut entwickelt. Wir haben zahlreiche exzellente Weinbaubetriebe.

Wir müssen aufzeigen, wie viel Arbeit hinter der Produktion von einem Liter Milch oder einem Kilogramm Fleisch steckt.Markus Kollmann

Wo sehen Sie als BB-Bezirksobmann derzeit die größten Herausforderungen? Worüber wird am meisten diskutiert?

Gerade die weltweite Wirtschaftskrise führt auch in der Bauernschaft zu großer Verunsicherung. Oft stellt man sich die Frage, ob große Investitionen in den Betrieb noch sinnvoll sind. Wir in der Land- und Forstwirtschaft denken ja noch in Generationen. Auch die Bürokratie belastet unsere Betriebsführerinnen und Betriebsführer. Doch wie soll ein Bürokratieabbau gelingen? Als Beispiel möchte ich hier die Entwaldungsverordnung anführen. Es ist uns noch nicht bewusst, was da auf uns zukommt.

Sie sind vor kurzer Zeit zum BB-Bezirksobmann von Voitsberg gewählt worden. Wie hat sich die Situation für Sie verändert? Wo wollen Sie besondere Schwerpunkte setzen?

Seit 12. September darf ich nun in dieser Funktion arbeiten. Auf die Hofübergabe haben wir uns im Vorfeld schon sehr gut vorbereitet. Weiters war ich schon über zehn Jahre im Bauernbund-Bezirksvorstand und kenne somit die Abläufe. Für mich ist es wichtig, für alle Bäuerinnen und Bauern ein offenes Ohr zu haben. Natürlich kann man nicht für alle Probleme Lösungen anbieten, da möchte ich als Brückenbauer zu Experten tätig werden.

Der Schutz des Eigentums ist eine Kernaufgabe des Bauernbundes. Wie wichtig ist es in der heutigen Zeit, eine starke Bauernvertretung zu haben?

Wir sind nur mehr rund drei Prozent Landwirte in der Bevölkerung. Deshalb ist es so wichtig, Meinungsbildner zu haben. Wir als Bauern sind die Experten, die Landwirtschaft erklären können. Gerade in Hinblick auf die Diskussion über die Lebensmittelpreise müssen wir aufzeigen, wie viel Arbeit hinter der Produktion von einem Liter Milch oder einem Kilogramm Fleisch steckt. All das muss dazu führen, dass wir wieder mutig raus gehen und sagen: Wir sind stolz darauf, Bäuerin beziehungsweise Bauer zu sein.

Die Ortsgruppen leisten eine wichtige Aufgabe. Gibt es Leuchtturmprojekte in Ihrem Bezirk?

Ich möchte die Leistungen unserer Organisation nicht auf einzelne Ortsgruppen runterbrechen. Es ist mir viel mehr ein Anliegen, auf unsere großen Leistungen wie etwa unseren Bezirksbauernball hinzuweisen. Da helfen alle Ortsgruppen, die Landjugend sowie die Bäuerinnen mit, um diese Veranstaltung mit über 2000 Besuchern sehr gut durchzuführen. Dies gilt ebenfalls für unsere Bauernbund-Wallfahrt in Maria Lankowitz und dem Almfest der ARGE Bergbauern ebenfalls in Maria Lankowitz. Dazu konnten wir heuer über 1000 Besucher begrüßen.

Sie werden bei der Landwirtschaftskammerwahl im Jänner auf Bezirksebene die Kandidatenliste des Steirischen Bauernbundes anführen. Steht das neue Team schon?

Unser Team ist seit 27. Oktober fixiert und darauf bin ich besonders stolz. Wir bilden mit unseren Kandidaten alle Sparten ab. Auch regional sind wir sehr gut verteilt, es gibt somit keine weißen Punkte auf der Karte. Auch die Jugend und die Bäuerinnen sind gut vertreten.

Zur Person

Markus Kollmann (39)

  • Piberegg 48, 8580 Piberegg
  • Ledig
  • Bio-Mutterkuhhaltungsbetrieb mit über 50 Hektar LN, Forstwirtschaft
  • HAK-Absolvent, Landwirtschaftlicher Facharbeiter
  • Obmann Maschinenring Voitsberg
  • Zehn Jahre lang landwirtschaftlicher Leiter im Lipizzanergestüt Piber
  • Seit 12. September BB-Bezirksobmann Voitsberg
  • Obmann der ARGE Bergbauern, Jungjäger
  • markus.kollmann@a1.net

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