Obmänner am Wort: Florian Pretterhofer

von Karl Brodschneider

Der Start der neuen Interview-Serie mit den Bauernbund-Bezirksobleuten erfolgt bei Florian Pretterhofer, Bezirksobmann von Bruck-Mürzzuschlag.

 

NEUES LAND: Bei der Bauernbund-Wallfahrt sorgten die Bäuerinnen und Bauern aus Ihrem Bezirk für das Frühstück und die Agape. Die Singrunde Frauenberg umrahmte die heilige Messe. Alles ist gut gelungen! Da kann man als Bauernbund-Bezirksobmann stolz sein, oder?

Florian Pretterhofer: Auf meine Vorstandskollegen und BB-Ortsgruppenobleute, die sich massiv eingebracht haben, bin ich sehr stolz. Besonders dankbar bin ich für die großartige Mitarbeit unserer Bäuerinnen. Ich glaube, dass das am Sonntag eine wunderschöne Wallfahrt war. 

 

NL: Auf was kann man als BB-Bezirksobmann von Bruck-Mürzzuschlag noch stolz sein?

Pretterhofer: Ich bin sehr stolz auf die Menschen im Bezirk und was sie leisten. Der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ist der einschlagsstärkste Bezirk in ganz Österreich, also jener Bezirk, in dem am meisten Holz produziert wird. Zudem haben wir etliche sehr engagierte und erfolgreiche Zuchtbetriebe.

 

Viel diskutierte Themen

NL: Was ist für Sie derzeit das Thema, über das viel diskutiert wird?

Pretterhofer: Aktuell ist es das Thema mit dem Weidevieh. Viele machen sich Gedanken darüber, wie es weitergeht. Wie kann man es schaffen, dass das Miteinander von Mensch und Tiere auf den Almen gelingen kann. Wir wollen ja, dass die Menschen auf die Almen kommen und zu den Hütten gehen. Wenn man zum Beispiel appelliert, nicht mit den Hunden quer über die Almen zu gehen oder wenn man während der Holzschlägerung Wege sperrt, so ist das nicht gegen die Gäste und Erholungssuchenden gerichtet. Das ist zum Schutz der Menschen und kein Akt der Ausgrenzung.

 

NL: Verstehen die Leute solche Appelle und notwendigen Beschränkungen?

Pretterhofer: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Leute oft schon sehr weit weg sind von der Natur. Da würde ich mir schon ein bisserl mehr Verständnis für den Grund und Boden wünschen. Die Eigentumsrechte müssen gewahrt bleiben!

 

NL: Der Schutz des Eigentums ist eine Kernaufgabe des Bauernbundes. Wie wichtig ist es in der heutigen Zeit, eine starke Bauernvertretung zu haben?

Pretterhofer: Dass der Bauernstand geschlossen auftritt, ist ganz wichtig. Wenn wir uns selbst nicht mehr gut vertreten können, sehe ich das schon als große Gefahr, dass die Eigentumsrechte massiv beschnitten werden.

 

NL: Und wie wichtig ist Ihnen als Bauernbund-Bezirksobmann, dass die Ortsgruppen funktionieren?

Pretterhofer: Das ist mir ein sehr großes Anliegen. Die Ortsgruppen sind das Fundament des Bauernbundes.

 

NL: Sie werden bei der Landwirtschaftskammerwahl im Jänner auf Bezirksebene die Kandidatenliste des Steirischen Bauernbundes anführen. Wie geht es Ihnen bei der Kandidatenfindung?

Pretterhofer: Ich bin gerade mitten drinnen, die Liste für die Bezirkskammer-Wahl zu erstellen. Mir ist wichtig, dass Bauern und Bäuerinnen kandidieren, die wissen, wie es draußen läuft und die gut auf unseren ganzen Bezirk aufgeteilt sind. 

 

NL: Was werden jene Themen sein, mit denen Sie als Nachfolger von Kammerobmann Johann Eder-Schützenhofer besonders zu tun haben werden?

Pretterhofer: Den Strukturwandel wird man nicht aufhalten können. Entscheidend ist dabei aber das Tempo. Wichtig wäre mir auch, dass wir es schaffen, dass wir die landwirtschaftlichen Nutzflächen einigermaßen erhalten, denn die Bodenversiegelung ist auch bei uns im Bezirk stark spürbar. Massive Sorgen machen mir die Almen. Man merkt, dass die Auftriebszahlen rückläufig sind, aber wir können die Almen nur mit Wiederkäuern erhalten. Wichtig ist, dass man Rahmenbedingungen schafft, dass man die Jungen dazu motivieren kann, dass sie in der Landwirtschaft eine Zukunft sehen. 

 

Zur Person

Florian Pretterhofer (46) wohnt im Zintonergraben 6, 8614 Breitenau a. H. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist Absolvent der Fachschule Kobenz und Landwirtschaftsmeister. Die Schwerpunkte am Betrieb sind die Forstwirtschaft, die Ochsenmast mit Murbodnern sowie die Eigenjagd. Seit Dezember 2019 ist er Kammerobmann-Stellvertreter von Bruck-Mürzzuschlag, seit Mai 2025 Bauernbund-Bezirksobmann und Bauernbund-Spitzenkandidat für die Landwirtschaftskammer-Wahl im Jänner 2026.

 

[© NL]

 

 

 

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