Nutztierärztemangel spitzt sich zu

von NEUES LAND

Steirischer Bauernbund fordert mit Petition rasche Maßnahmen zur Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung.

Der zunehmende Mangel an Nutztierärztinnen und Nutztierärzten stellt die bäuerlichen Familienbetriebe im ländlichen Raum vor immer größere Herausforderungen. Besonders bei Notfällen außerhalb der regulären Arbeitszeiten wird die tierärztliche Versorgung in vielen Regionen zunehmend zur Belastungsprobe. Der Steirische Bauernbund macht daher auf die dramatische Entwicklung aufmerksam und ruft zur Unterstützung der „Petition zur Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum“ auf.

Mehr Studienplätze und System für Notfallversorgung

Bauernbund-Nationalratsabgeordneter Andreas Kühberger hat die Petition „Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zur Stärkung der Landwirtschaft und des Tierwohls“ im Parlament eingebracht. Ziel ist es, durch konkrete Maßnahmen die flächendeckende Versorgung von Nutztieren langfristig abzusichern. Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf deutlich: Bereits im Jahr 2027 wird österreichweit ein Defizit von 30 bis 50 Vollzeitäquivalenten im Bereich der Nutztiermedizin erwartet. Bis 2032 könnte dieser Mangel laut Prognosen auf 70 bis 105 Vollzeitäquivalente anwachsen – das entspricht rund 85 bis 120 fehlenden Tierärztinnen und Tierärzten. Gleichzeitig konzentriert sich der Großteil der Absolventinnen und Absolventen auf den Kleintierbereich, während viele erfahrene Großtierärzte in den kommenden Jahren in Pension gehen.

„Die Prognosen sind alarmierend. Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir Tierwohl, Versorgungssicherheit und die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe“, betont Kühberger. Er fordert gezielte Studienplätze im Bereich der Nutztiermedizin mit regionaler Bindung, ein österreichweit koordiniertes System für die tierärztliche Notfallversorgung sowie verbesserte Rahmenbedingungen für Praxisgründungen im ländlichen Raum.

Klares Signal an Gesundheitsministerin Schumann

Auch Bauernbund-Landesobfrau Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer unterstreicht die Dringlichkeit: „Unsere Nutztiere brauchen Betreuung und rasche Hilfe, wenn sie notwendig ist – das ist die Grundlage für verantwortungsvolle Landwirtschaft und höchste Qualität. Damit das auch am Betrieb funktioniert, setzen wir uns mit Nachdruck für eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in unseren Regionen ein. Ich lade alle ein, unsere Petition zu unterstützen, damit sich die bäuerlichen Familienbetriebe auf eine bestmögliche Betreuung ihrer Tiere verlassen können.“

Der Steirische Bauernbund sieht darin nicht nur eine Herausforderung für einzelne Betriebe, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette im ländlichen Raum – von Tiergesundheit über Lebensmittelsicherheit bis hin zur regionalen Versorgung. Mit der Petition wird daher ein klares Signal an die zuständige Bundesministerin Korinna Schumann gesendet, rasch wirksame strukturelle Maßnahmen umzusetzen.

[© Bauernbund]

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1 kommentieren

Christian Rinnhofer 19. Februar 2026 - 19:48

Grüß euch, sicher ein sehr wichtiges Thema . Ich würde aber auch bei der Bürokratie und Überwachung der Nutztiere ansetzen.
Sind bei kleineren Schlachthöfen wirklich 2 Tierärzte für die Überwachung und Beschau notwendig? Wie viele Planplätze bei Ämtern und Behörden verteidigt die Tierärztekammer? Es gibt auch Praxisgemeinschaften mit Groß und Kleintieren.

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