“Mehr Rinder als vorher am Hof”

Der neu in den Nationalrat gewählte steirische Bauernbund-Abgeordnete Andreas Kühberger zieht eine – zufriedene – erste Bilanz.

NEUES LAND: Wie geht’s mit der neuen Aufgabe?

Andres Kühberger: Zuerst möchte ich einmal sagen, dass meine Dankbarkeit für das Vertrauen, das mir bei der Wahl geschenkt wurde, nach wie vor sehr groß ist. Mit dem, was ich bislang in dieser neuen Aufgabe in der Bundeshauptstadt leisten konnte, bin ich zufrieden – auch im Bewusstsein, dass die parlamentarische Arbeit in den nächsten Monaten erst so richtig auf Touren kommen wird.

Advertisements

NL: Wie gehen Sie mit der organisatorischen Herausforderung um? Das Parlament in Wien, das Bürgermeisteramt in Mautern und natürlich nicht zuletzt auch die große Familie und ihr eigener Bauernhof…

Kühberger: Die Vereinbarkeit der verschiedenen Aufgaben gestaltet sich besser als ursprünglich angenommen. Heute stehen zum Beispiel sogar etwas mehr Rinder am Hof als vorher, also vor der Zeit als Abgeordneter zum Nationalrat. Und das, obwohl ich vorausschauend die Zahl eigentlich reduzieren wollte. In der Gemeinde sind, ganz wie geplant, die diversen Projekte gut auf Schiene. So etwa wichtige, weitere Wohnungen im Ort.

NL: Wie gelingt Ihnen dieses Organisationskunststück?

Kühberger: Ohne die Mithilfe meiner Frau in der Familie und am Betrieb, ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde sowie ohne die politische Unterstützung seitens des Bauernbundes wäre das natürlich alles bei weitem nicht in dieser Form möglich. Für diese Unterstützung bin ich allen sehr dankbar.

NL: Aber in Ihrem Leben wird sich mittlerweile dennoch vieles geändert haben…

Kühberger: Die Zahl der Interventionen hat selbstverständlich erheblich zugenommen, da ich ja nun auch die Bundeskompetenz vertreten darf und es gilt, die vielen Terminanfragen in unserem sehr großen Wahlkreis optimal zu managen. Ich möchte weiterhin alles tun, um den direkten Dialog mit den Menschen wie bisher immer an erste Stelle zu reihen. Mir bleiben die Anliegen der Menschen im Bezirk Leoben besonders wichtig.

NL: Legen Sie sich die Latte damit nicht sehr hoch?

Kühberger: Ich sehe das nicht so. Grundvoraussetzung ist auch in der Politik die Freude an der Arbeit, weil sie enorm motiviert.

NL: Wie sieht die Situation derzeit im Parlament aus?

Kühberger: Die Ausschüsse sind nun fixiert. Neben der Tätigkeit in den vier umfangreichen Hauptausschüssen – für Justiz, Wirtschaft, Tourismus und Konsumentenschutz, kann ich mich auch intensiv den Themen der Land- und Forstwirtschaft widmen. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Bauernbund-Abgeordneten bin ich in alle agrarischen Belange involviert. In Abstimmung mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger und ihrem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus laufen bereits die Vorbereitungen, um die Gemeinsame Agrarpolitik auf EU-Ebene nach 2020 wesentlich mitzugestalten und darüber hinaus vor allem sicherzustellen, dass die Höhe der Agrar-Mittel für Österreich zumindest gleich bleibt.

NL: Wie sehen Sie das sehr große Ministerium von Elisabeth Köstinger? Kühberger: Sehr positiv, denn die Aufwertung des Ressorts bringt vorteilhafte Synergien mit sich. So beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energie, die enormes Potenzial für die kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft in unserem Land sowie für den gesamten ländlichen Raum birgt.

Zur Person:

Andreas Kühberger ist Abgeordneter zum Nationalrat, Bürgermeister der Marktgemeinde Mautern, Mitglied des Vorstandes im Steirischen Bauernbund und Bezirksparteiobmann der ÖVP Leoben. Der gelernte Kellner ist seit dem Jahr 2006 Landwirt und hat mit seiner Gattin Brigitte sechs Kinder.

Foto: Parlament Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*