Viele der Heimwerker-Tätigkeiten können mit einer hohen Lärmbelastung einhergehen, die unser Gehör beeinträchtigen kann.
Die Gartensaison hat begonnen – und es wird gemäht, geschnitten, gewerkelt. Da kann es zuhause, im eigenen oder im Garten des Nachbarn auch ganz schön laut werden: Ab 85 Dezibel (dB) kann Lärm auf Dauer laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unser Gehör belasten. „Gartenarbeit ist Balsam für die Seele – sie sollte es aber auch für die Ohren sein. Das Gleiche gilt für das Heimwerken“, sagt Gerald Icha, Hörakustikexperte bei Neuroth, anlässlich des diesjährigen Tages gegen Lärm am 30. April.
Gehörschutz
Bei einer Lärmbelastung von rund 85 dB beträgt die maximal zulässige Einwirkzeit bis zu acht Stunden pro Tag. So kann ein handelsüblicher Rasenmäher (ca. 90 dB) bis zu rund zwei Stunden täglich genutzt werden, ohne das Gehör auf Dauer zu beeinträchtigen. Bei 100 dB, wie zum Beispiel bei einer Bohrmaschine, hingegen sinkt diese Zeit auf nur 15 Minuten pro Tag. „Wird das Gehör nicht ausreichend geschützt, kann Lärm langfristig unsere Hörstärke beeinträchtigen. Ein Gehörschutz sollte deshalb genauso selbstverständlich in jeden Haushalt gehören wie eine Gartenschere“, sagt der Experte. Dauerhafter Lärm kann langfristig Stress und somit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Ab rund 50 dB nimmt die Konzentrations- und Lernfähigkeit nachweislich ab.
Aktuelle Umfrage
Obwohl 70 Prozent der Österreicher laut einer österreichweiten Neuroth-Umfrage über Schutzmaßnahmen gegen Lärm im Alltag nachdenken, verwenden von ihnen aktuell fast 40 Prozent noch keine Gehörschutzprodukte. „Früher waren vor allem Lärmarbeitsplätze der Auslöser für eine lärmbedingte Hörminderung, diesbezüglich gibt es aber schon länger klare Regulierungen. Heute ist Lärm vor allem im privaten Umfeld ein immer größeres Thema“, bestätigt der Experte.
Ob beim Rasenmähen, Heckenschneiden oder Bohren – viele wiederkehrende Tätigkeiten im Frühling sind lauter, als man denkt. „Ein Gehörschutz sollte immer zu den individuellen Bedürfnissen passen – ob im Garten oder in anderen Alltagssituationen“, erklärt Gerald Icha. Zum Tag gegen Lärm rät der Hörakustikexperte dazu, auch im privaten Umfeld aktiv präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Tag gegen Lärm
Lärmpegel im Alltag:
- Ein Rasenmäher (ca. 90 dB) kann bis zu rund zwei Stunden täglich genutzt werden, ohne das Gehör auf Dauer zu beeinträchtigen.
- Bei einer Lärmbelastung von rund 105 dB – zum Beispiel Schlagschrauber – beträgt die maximal zulässige Einwirkzeit knapp 5 Minuten pro Tag
- Bei einer Lärmbelastung von rund 110 Dezibel (dB) – zum Beispiel Motorsäge – beträgt die maximal zulässige Einwirkzeit ohne Gehörschutz rund 1,5 Minuten pro Tag.